58 Prozent der Medizinstudierenden haben mindestens ein Elternteil mit Hochschulabschluss. Fast jeder fünfte Studienanfänger hat sogar einen Arzt als Vater, sechs Prozent eine Ärztin als Mutter. Insgesamt verfügt fast jeder zweite Medizinstudent über Ärzte in der eigenen Verwandtschaft. Damit ist Medizin deutlich elitärer als andere Studienrichtungen.
Bundesregierung erreicht Ziele nicht
Eigentlich wollte die Bundesregierung erreichen, dass bis 2025 die Hälfte der Medizin-Studienanfänger aus Nicht-Akademikerfamilien stammt. Von diesem Ziel ist man jedoch weit entfernt. Laut der Studierendensozialerhebung 2025 des IHS über alle Hochschultypen (Uni, Fachhochschule, Pädagogische Hochschule, Privatuni) kommen österreichweit nur rund 43 Prozent der Erstsemestrigen aus einem nicht-akademischen Elternhaus. Experten sehen sogar einen gegenteiligen Trend.
Aufnahmetest als Hürde für Nicht-Akademiker
Mitverantwortlich dafür sollen die seit 2006 eingeführten Aufnahmeprüfungen sein. Studien zeigen, dass Bewerber aus Akademikerfamilien den Aufnahmetest MedAT, der am morgigen Freitag abgehalten wird, häufiger erfolgreich bestehen, während Interessenten ohne akademischen Hintergrund überdurchschnittlich oft ausscheiden. Wer den Sprung ins Studium allerdings geschafft hat, schließt heute deutlich häufiger erfolgreich ab als früher.
Oft mehrere Anläufe nötig
Hinzu kommt: Der Traum vom Medizinstudium erfüllt sich für die wenigsten sofort nach der Matura. Nur rund sieben Prozent der Maturanten erhalten bereits im ersten Anlauf einen Studienplatz. Viele treten zwei- oder sogar dreimal zum Aufnahmetest an oder weichen zwischenzeitlich auf naturwissenschaftliche oder juristische Studien aus, bevor sie einen neuen Versuch starten. Die Zahlen zeigen damit deutlich: Der Weg ins Medizinstudium ist nach wie vor stark von der sozialen Herkunft geprägt. Wer aus einer Akademiker- oder Ärztefamilie stammt, hat weiterhin die besten Karten auf einen der begehrten Studienplätze.

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