Bereits am Freitag hatte LA Media auf zahlreiche Wiederholungen bei ORF 1 und ORF 2 hingewiesen. Nun nimmt das Portal auch ORF 3 ins Visier. Der Sender, der sich selbst als Kultur- und Qualitätssender versteht, zeige überwiegend ältere Dokumentationen, Spielfilme und Archivsendungen.

Manche Sendungen bis zu zehnmal gezeigt

So würden etwa Ausgaben der Reihe „Land der Berge“ aus den Jahren 2022 und 2024 erneut ausgestrahlt – laut LA Media bereits zum neunten beziehungsweise zehnten Mal innerhalb weniger Wochen. Auch weitere Formate wie „Unser Österreich“, ältere österreichische Spielfilme sowie bereits mehrfach gezeigte Krimis würden das Programm dominieren.

Insgesamt errechnete das Portal einen Archivanteil von mehr als 1.100 Sendeminuten an nur einem Tag, schreibt Blogger Lucas Ammann.Besonders scharf fällt die Kritik angesichts der Finanzierung des ORF aus. LA Media verweist darauf, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk jährlich rund 900 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln erhält. Gleichzeitig verdienten die beiden Geschäftsführer von ORF 3 laut Bericht zusammen knapp 600.000 Euro brutto pro Jahr.

Zudem verweist das Portal auf das ORF-Gesetz. Dieses sieht vor, dass ORF 3 ein Programm mit „anspruchsvollen“ und „aktuellen“ Inhalten anbieten soll. LA Media stellt deshalb die Frage, ob ein Programm mit einem so hohen Anteil an Wiederholungen diesem gesetzlichen Auftrag noch gerecht wird.

Der ORF selbst äußerte sich zu den Vorwürfen zunächst nicht.