„Ja, Wien hat ein Problem mit Jugendgewalt. Ja, manche Täter werden immer jünger. Und ja, unser System stößt bei einzelnen jugendlichen Intensivtätern offensichtlich an seine Grenzen. Mir reicht’s jetzt einfach“, machte der Bezirkschef seinem Ärger der Tageszeitung Heute gegenüber Luft.

Polizei stößt bei Strafunmündigen an Grenzen

Auslöser der Debatte ist eine Gruppe von Jugendlichen, die laut Ermittlern für mehrere Straftaten verantwortlich sein soll. Da einige der Verdächtigen das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sind die rechtlichen Möglichkeiten begrenzt. Resch betont, dass die Polizei ihre Arbeit mache und viele Tatverdächtige ausforsche, es jedoch an wirksamen Konsequenzen fehle.

Besonders für Aufsehen sorgte ein Vorfall an einer Mittelschule in Döbling. Dort soll einer der Jugendlichen eine Schularbeit angezündet und damit Mitschüler sowie Lehrkräfte gefährdet haben. Für den Bezirksvorsteher ist dies ein alarmierendes Beispiel dafür, wie dringend gehandelt werden müsse.

Forderung nach neuen Maßnahmen

Resch fordert daher geeignete Instrumente, um auch gegen strafunmündige Intensivtäter vorgehen zu können. Das Justizministerium sei nun gefordert, entsprechende Lösungen auf den Weg zu bringen. Aus seiner Sicht dürften notwendige Reformen nicht länger aufgeschoben werden, während Kinder Angst vor dem Schulweg hätten und Lehrer um ihre Sicherheit bangten.

Gleichzeitig spricht der Bezirkschef ein sensibles Thema an: Unter den besonders problematischen Fällen von Jugendgewalt befänden sich auffallend viele Jugendliche mit Migrationshintergrund. Wer Integration ernst nehme, müsse auch über misslungene Integration sprechen, betont Resch. Probleme zu ignorieren helfe weder den Betroffenen noch der Gesellschaft.

Debatte über Strafmündigkeit

Angesichts der steigenden Zahl junger Tatverdächtiger fordert Resch zudem eine offene Diskussion über die bestehenden Regelungen zur Strafmündigkeit. Es müsse geprüft werden, ob das aktuelle Jugendstrafrecht den Herausforderungen einer immer jüngeren Tätergeneration noch gerecht werde.

Für den Döblinger Bezirksvorsteher steht fest: Die zunehmende Gewalt durch jugendliche Intensivtäter dürfe nicht länger verharmlost werden. Nun brauche es konkrete Maßnahmen, damit Polizei und Justiz wirksam handeln können und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung wieder gestärkt wird.