Am Tatort waren mehrere Einsatzfahrzeuge, darunter ein Rettungswagen, sowie ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Große Teile der Golders Green Road wurden von der Polizei abgesperrt. Shomrim erklärte, der Mann sei dabei beobachtet worden, wie er mit einem Messer bewaffnet die Golders Green Road entlanggerannt sei und versucht habe, jüdische Passanten anzugreifen. Die Nachbarschaftswache sei sofort ausgerückt. Als die Polizei eintraf, sei gegen den Mann ein Taser eingesetzt worden.
In sozialen Netzwerken kursierende Videos sollen zeigen, wie mehrere Polizisten und zwei Männer in Zivil den Verdächtigen festsetzen.
Drohung und Bekenntnis – steckt der Iran dahinter?
Inzwischen hat sich die neue islamistische Gruppierung Ashab al-Jamin zu dem Angriff bekannt. Einzelkämpfer der Gruppe hätten zwei „Zionisten“ im Stadtviertel Golders Green angegriffen und verletzt, heißt es in einer Stellungnahme, die die Gruppe heute auf pro-iranischen Kanälen im Internet verbreitete. In einem kurzen Clip zeigte die Gruppe auch Szenen des Angriffs, die Überwachungskameras und Augenzeugen gefilmt hatten.
Die Gruppe verweist in dem Clip offenbar auch auf ein israelisches Gesetz vom März, mit dem die Todesstrafe ausgeweitet wird. Dieses sieht vor, dass bei terroristisch motiviertem Mord mit dem Ziel der Vernichtung des Staates Israel auch die Todesstrafe verhängt werden kann. «Wenn das Gesetz für die Hinrichtung von Gefangenen nicht gestoppt wird, werdet ihr auf der Straße hingerichtet», erklärt Ashab al-Jamin in dem Clip.
Die undurchsichtige Gruppe heißt mit vollständigem Namen Harakat Ashab al-Jamin al-Islamia, abgekürzt auch als HAYI bekannt. Sie tauchte erstmals während des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran auf und hat sich Ermittlern zufolge seitdem zu mehreren Anschlägen in Europa gegen jüdische und westliche Einrichtungen bekannt. Es ist aber unklar, ob die Gruppe tatsächlich existiert oder ob es sich um eine Inszenierung handelt. Zugleich gibt es Anzeichen für mögliche Verbindungen zum iranischen Staat.
Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partner-Portal NiUS erschienen.

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