Es war eine ungewöhnliche Szene: New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani stellte sich am Steuertag, dem 15. April, demonstrativ vor das Luxus-Penthouse von Hedgefonds-Milliardär Ken Griffin in Manhattan – und filmte sich dabei für ein Video, in dem er eine neue Steuer auf teure Zweitwohnsitze ankündigte. Das Video verbreitete sich rasend schnell.
Griffins Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Beim Milken Institute Conference in Los Angeles erklärte der Citadel-Chef diese Woche, der Umzug seiner Firma von Chicago nach Miami sei rückblickend eindeutig die richtige Wahl gewesen – und nicht New York. „Es ist unbestreitbar wahr, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben”, sagte Griffin vor Publikum.
„New York begrüßt keinen Erfolg. Mamdani macht das gerade sehr klar."
Mamdanis Auftritt vor seinem Gebäude bezeichnete Griffin als „creepy and weird”. Gleichzeitig appellierte er an seine New Yorker Geschäftspartner, ebenfalls verstärkt in Miami zu investieren – in einen Standort, der Unternehmertum, Bildung und persönliche Freiheit fördere. „Wir wollen in einem Staat sein, der den amerikanischen Traum lebt – einen Traum aus erarbeitetem Erfolg, nicht aus staatlichen Almosen”, so Griffin.
Hintergrund der Auseinandersetzung ist Mamdanis Pläne für eine sogenannte „Pied-à-Terre-Steuer” – eine Abgabe auf teure Zweitwohnsitze wohlhabender Eigentümer, die nicht dauerhaft in New York leben. Kritiker wie Unternehmer Kevin O’Leary nennen das schlicht „blinde Dummheit”, die Investoren vertreibe.

Das Rathaus wies Griffins Kritik zurück. In einer Stellungnahme hieß es, Mamdani wolle den Erfolg aller New Yorker – auch von Unternehmern. Gleichzeitig sei das Steuersystem „grundlegend kaputt”: Es belohne extreme Vermögen, während Arbeitnehmer ans Limit gedrängt würden. Reformen seien unvermeidlich.
Pikantes Detail am Rande: Trotz des öffentlichen Schlagabtauschs bedankte sich Mamdani in derselben Woche persönlich bei Griffin – für dessen Finanzierung einer Gedenkwand für gefallene Polizisten, die noch in diesem Jahr eröffnet werden soll.
Griffin sieht sich als Teil einer breiteren Abwanderungsbewegung: Viele Unternehmenschefs hätten in den vergangenen Jahren New York und Kalifornien verlassen und seien nach Florida und Texas gezogen. Mit seiner Aussage auf der Konferenz wollte er offenbar ein deutliches Signal setzen – nicht nur an Mamdani, sondern an die gesamte US-Wirtschaft.

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