Mit 4,7 Millionen Mitgliedern und 17 Partnerunternehmen ist der Jö Bonus Club das größte Kundenbindungsprogramm des Landes. Ob bei Billa, Billa Plus, Penny, OMV, Forstinger, Libro oder Pagro – überall können Kunden Punkte sammeln und gegen Gutscheine eintauschen.
Für Jö ist das ein lukratives Geschäft: Rund 30 Millionen Euro Jahresumsatz erzielt das Unternehmen. Die Einnahmen stammen vor allem von Partnerfirmen, die für ihre Teilnahme sowie für Werbeaktionen, Newsletter und Gutschein-Kampagnen bezahlen.
Besonders deutlich zeigt sich der Erfolg bei Billa Plus: Dort werden inzwischen rund 70 Prozent des gesamten Umsatzes über Einkäufe mit der Jö-Karte abgewickelt, berichtet der Kurier.
Datenschutz sorgte für heftige Kritik
Ganz ohne Kontroversen verlief die Erfolgsgeschichte allerdings nicht. Datenschützer kritisierten den Umgang mit Kundendaten mehrfach scharf. Die Datenschutzbehörde verhängte deshalb bereits Geldstrafen in Millionenhöhe gegen das Unternehmen.
Nach den Verfahren wurden die Datenschutzregeln verschärft. Heute reichen für die Anmeldung lediglich eine E-Mail-Adresse und das Geburtsdatum. Personenbezogene Daten würden das Unternehmen nicht verlassen, betont Co-Geschäftsführer Nikolai Scheurecker.
Nach seinen Angaben würden sämtliche Änderungen zusätzlich intern sowie von externen Rechtsexperten überprüft. Besonders umstritten bleibt das sogenannte Profiling. Dabei analysiert Jö das Einkaufsverhalten seiner Mitglieder, um individuelle Gutscheine und Angebote zu erstellen.
Rund die Hälfte aller Nutzer hat dieser Auswertung zugestimmt. Wer das Profiling ablehnt, erhält laut Unternehmen zwar weiterhin Rabatte – allerdings keine speziell auf das persönliche Einkaufsverhalten zugeschnittenen Angebote.
Diese Daten interessieren die Partner
Die gesammelten Informationen werden nach Angaben des Unternehmens ausschließlich in anonymisierter Form an Partner weitergegeben. So können Händler erkennen, welche Produkte in bestimmten Regionen oder Filialen besonders gefragt sind und ihr Sortiment entsprechend anpassen.
Auch die seit 2025 beteiligte Raiffeisen Landesbank Niederösterreich-Wien erhalte keine persönlichen Kundendaten. Laut Jö würden lediglich die notwendigen Informationen für die Gutschrift der Bonuspunkte übermittelt. Der Bonus Club will künftig nicht in erster Linie noch mehr Mitglieder gewinnen. Stattdessen soll die App im Alltag noch stärker genutzt werden.
Co-Geschäftsführer Alexander Merklein formuliert das Ziel klar: Die Mitglieder sollen Jö möglichst täglich öffnen und verwenden.
Der Jö Bonus Club wurde 2019 gegründet und gehört zum Rewe-Konzern. Heute zählt das Programm 4,7 Millionen Mitglieder, 2,3 Millionen App-Nutzer und erreicht nach eigenen Angaben rund 80 Prozent aller österreichischen Haushalte. Damit zählt Jö auch international zu den größten Kundenbindungsprogrammen seiner Art.

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