Österreichweit beziehen mehr als 200.000 Menschen Mindestsicherung oder Sozialhilfe. Im bundesweiten Durchschnitt kommt auf 45 Einwohner ein Bezieher. In Wien ist die Dichte laut Agenda Austria mehr als dreimal so hoch.
Oberösterreich fleißig
Besonders drastisch fällt der Vergleich mit Oberösterreich aus: Dort bezieht lediglich jeder 268. Einwohner entsprechende Sozialleistungen. Auch in Niederösterreich ist es nur jeder 148. Einwohner, in Kärnten jeder 172. und im Burgenland jeder 165. Deutlich höher ist die Dichte hingegen in der Steiermark mit einem Bezieher auf 83 Einwohner, gefolgt von Vorarlberg mit einem auf 85 und Tirol mit einem auf 87 Einwohner.
„Sozialstaat muss jenen helfen, die Hilfe brauchen“
Die enormen Unterschiede zwischen den Bundesländern werfen Fragen nach den Ursachen auf. Für den Ökonomen Dénes Kucsera von Agenda Austria ist klar: Ein funktionierender Sozialstaat müsse Menschen helfen, die tatsächlich Unterstützung benötigen – gleichzeitig müsse aber sichergestellt sein, dass sich Arbeit gegenüber dem Bezug von Sozialleistungen lohnt. „Ein Sozialstaat muss jenen helfen, die Hilfe brauchen. Und nicht jenen, die durchschaut haben, wie man am einfachsten möglichst viele Leistungen bekommt“, sagt Kucsera. Gleichzeitig müsse Erwerbsarbeit attraktiver sein als der Bezug staatlicher Unterstützung.

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