In Neunkirchen fliegen vor der Gemeinderatswahl am Sonntag endgültig die Fetzen! Statt Sachpolitik dominieren im Wahlkampffinale plötzlich Moschee-Gerüchte, Migrationsdebatten und Koalitions-Spekulationen die Stadt.
Vor allem die FPÖ fährt schwere Geschütze auf: Mit Ex-Politiker und Buchautor Gerald Grosz ging es im Festzelt um die Leibthemen: Migration und das „System“ an sich. Zum großen Finale rückte sogar FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker an, um die Freiheitlichen noch einmal ordentlich einzupeitschen.
FPÖ setzt auf „Nähe“
Die Freiheitlichen fuhren eine originelle Kampagne, übernahmen kurzerhand das „Neuanfang“-Sujet der ÖVP und wandelten es für ihre eigenen Plakate um. Diese wurden rein zufällig nahe denen der Volkspartei platziert (siehe Bild). O-Ton aus dem blauen Kampagnenteam: „Ein Neuanfang mit dem Reserve-Reserve-Notnagel-Bürgermeister, der 15 Jahre als ÖVP-Finanzstadtrat das finanzielle Debakel der Stadt Neunkirchen zu verantworten hat, soll jetzt für einen Neuanfang und die Lösung stehen? Wir sagen: Er ist Teil des Problems nicht die Lösung. Ein echter Neuanfang ist nur mit einem Systemwechsel möglich und dafür steht einzig und allein Helmut Fiedler.“

ÖVP setzt auf „Miteinander“
Die ÖVP rund um Bürgermeister Peter Teix versucht laut Kurier hingegen, sich als „Versöhner-Partei“ zu präsentieren. Nach Wochen voller Streit und Schmutzkübel-Kampagnen würden sich die Menschen „ein Ende des Gegeneinanders“ wünschen, so Teix. „Sie wollen, dass endlich wieder mit voller Kraft für Neunkirchen gearbeitet wird.“
Gigantisches Versprechen für (viel) später
Doch auch die Schwarzen setzen kurz vor der Wahl noch ein politisches Ausrufezeichen: Gemeinsam mit Ex-FPÖ-Mann Marcus Berlosnig präsentierte man plötzlich ein gigantisches Wohnbauprojekt. Auf mehr als 32.000 Quadratmetern sollen fast 500 Wohnungen, Reihenhäuser und Geschäftsflächen entstehen – Fertigstellung allerdings erst in 15 Jahren.
Moschee-Gerücht bleibt heiß
Besonders wild wurde es aber rund um die SPÖ: Spitzenkandidat Günther Kautz sieht sich plötzlich mit Gerüchten über geheime Absprachen mit der FPÖ konfrontiert. Gleichzeitig sorgte ein Besuch in einem islamischen Kulturzentrum für neue Aufregung. Dort soll Kautz angeblich Offenheit für einen Moscheebau signalisiert haben. Der SPÖ-Politiker dementierte, wie der exxpress bereits berichtete. „Auf der einen Seite heißt’s wir haben schon eine Koalition mit der FPÖ vereinbart, andererseits bauen wir eine Moschee. Das passt nicht zusammen.“
Die Spannung steigt
Fest steht: In Neunkirchen geht es vor der Wahl längst nicht mehr nur um Straßen, Wohnungen oder Stadtpolitik – sondern um ein regelrechtes Polit-Pulverfass aus Migration, Moschee-Gerüchten und Machtkämpfen. Am Sonntag steigt das Rennen an den Urnen.

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