Können Sie sich noch erinnern? Erst vor wenigen Wochen sorgte ein Moschee-Großprojekt in Straßburg europaweit für Aufsehen. Die geplante Eyyub-Sultan-Moschee wurde als mögliche „größte Moschee Europas“ beworben – begleitet von massiver Kritik. Im Fokus standen damals nicht nur Größe und Kosten, sondern vor allem das Netzwerk dahinter: Sicherheitsbehörden warnten vor Verbindungen zur islamistischen Bewegung Millî Görüş und vor einer möglichen gesellschaftlichen Abschottung. Die Debatte drehte sich um weit mehr als ein Gotteshaus – nämlich um Einfluss, Parallelstrukturen und die Frage, wie stark religiöse Großprojekte das gesellschaftliche Gefüge verändern können.

Lesen Sie auch

Groesste Moschee Europas Strassburg Projekt Sorgt Fuer Wirbel

Neues Projekt in der Schweiz

Jetzt sorgt ein neues Moscheeprojekt für Diskussionen – diesmal in der Schweiz.

In St. Gallen plant die albanisch-islamische Gemeinschaft El-Hidaje den Bau einer Großmoschee für bis zu 400 Gläubige. Das Grundstück soll rund fünf Millionen Franken kosten, insgesamt wird mit etwa zehn Millionen Franken Baukosten gerechnet. Es wäre eines der größeren islamischen Gebetshäuser in der Deutschschweiz. Doch noch bevor überhaupt ein Baugesuch eingereicht wurde, regt sich Widerstand.

Politiker der Schweizer SVP schlagen Alarm und stellen kritische Fragen zur Finanzierung. Sie befürchten – ähnlich wie in früheren Debatten – möglichen Einfluss aus dem Ausland sowie die Entstehung von Parallelgesellschaften.

Finanzierung aus mehreren Quellen

Die islamische Gemeinschaft weist diese Vorwürfe entschieden zurück. Die Finanzierung solle aus mehreren Quellen erfolgen: über einen Bankkredit, Eigenmittel sowie Spenden aus der eigenen Community – ergänzt durch Online-Spendenkampagnen. Ausländische Geldgeber spielten keine Rolle, betont man und kritisiert pauschale Verdächtigungen ohne konkrete Belege.

Ganz von der Hand zu weisen ist die Debatte dennoch nicht. Experten verweisen darauf, dass Moscheebauten traditionell stark über Spenden organisiert werden – ein religiös verankerter Bestandteil. Gleichzeitig bleibt bei großen Summen oft offen, wie transparent einzelne Geldflüsse tatsächlich nachvollziehbar sind. (Anm.: exxpress bezieht sich hier auf einen Bericht des Schweizer Rundfunks SRF.)

Ein weiterer Punkt: Schon 2024 gab es erste Voranfragen zum Projekt – diese wurden von den Behörden als zu wenig konkret beurteilt. Seither wurde nachgebessert, Details zur Umsetzung bleiben aber weiterhin begrenzt öffentlich. Tatsächlich gibt es in der Ostschweiz Beispiele, bei denen Moscheen aktiv auf Austausch setzen – etwa durch Führungen oder Kooperationen mit Behörden.