Ausgangspunkt der Ereignisse soll ein Vorfall Anfang Oktober 2025 gewesen sein. Nach erheblichem Alkoholkonsum gerieten zwei Väter und ein weiterer Mann mit drei Jugendlichen in Streit. Anlass sollen die E-Scooter der Jugendlichen gewesen sein, berichtet die Tageszeitung Heute.

Die Situation eskalierte rasch. Laut Anklage wurde ein 56-Jähriger geschlagen und über die Stufen einer U-Bahn-Station gestoßen. Der Mann erlitt dabei einen Nasen- und Rippenbruch und musste im Krankenhaus behandelt werden.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der damals 18-jährige Sohn des Verletzten daraufhin Vergeltung plante. Gemeinsam mit Freunden soll er bereits am nächsten Tag eine Gruppe von Jugendlichen mobilisiert haben. Am Wiener Wonkaplatz kam es schließlich zur mutmaßlichen Racheaktion. Laut Staatsanwaltschaft sollen insgesamt zehn Jugendliche auf drei Burschen losgegangen sein.

Besonders brutal soll der Angriff gegen jenen Jugendlichen verlaufen sein, dem vorgeworfen wird, den Vater über die Stufen gestoßen zu haben. Er soll selbst eine Treppe hinuntergestoßen und anschließend von mehreren Angreifern massiv geschlagen worden sein.

Der Staatsanwalt schilderte vor Gericht die Schwere der Attacke eindringlich. Das Opfer sei bewusstlos liegen geblieben. Zusätzlich soll ihm die Geldbörse geraubt worden sein.

Auch Zeugen wurden attackiert

Nach Darstellung der Anklage beschränkte sich die Gewalt nicht auf das eigentliche Ziel der Racheaktion. Auch die beiden anderen Jugendlichen, die beim ursprünglichen Streit lediglich anwesend gewesen sein sollen, wurden demnach angegriffen.

Einem der Opfer wird zudem ein schwerwiegender sexueller Übergriff zugeschrieben. Die genauen Vorwürfe sind Teil des laufenden Verfahrens.

Besonders belastend sind laut Staatsanwaltschaft mehrere Handyvideos, die während der Übergriffe aufgenommen wurden. Die Aufnahmen sollen innerhalb der Gruppe verbreitet worden sein.

Im Gerichtssaal wurden Teile der Videos abgespielt. Darauf sollen die Beteiligten die Täter angefeuert haben. Zu hören gewesen seien Gelächter, Jubelrufe und Kommentare während der Gewalttaten.

Vater ebenfalls angeklagt

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Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft soll er die Angriffe zumindest unterstützt haben. Besonders belastend wirkt dabei ein Vorwurf, wonach er sich nach den Übergriffen bei den Jugendlichen dafür bedankt haben soll, dass sie so gut auf ihn aufgepasst hätten. Für die Angeklagten steht viel auf dem Spiel. Je nach Tatvorwurf drohen Freiheitsstrafen zwischen fünf und fünfzehn Jahren.

Mehrere Beschuldigte wurden aus der Untersuchungshaft vorgeführt. Zwei von ihnen waren bereits früher wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation verurteilt worden. Im Falle einer neuerlichen Verurteilung könnten auch frühere bedingte Strafen widerrufen werden.

Noch am Dienstag könnte am Wiener Landl ein Urteil fallen. Das Verfahren zählt zu den aufsehenerregendsten Jugendstrafprozessen der vergangenen Monate.