Auslöser war eine brutale Attacke auf zwei Wiener. Laut einem der Opfer soll sein Begleiter zunächst von einem jungen Mann auf einem E-Scooter angefahren worden sein. Aus dem Streit entwickelte sich eine Schlägerei. Plötzlich sollen fünf bis sieben weitere Männer aufgetaucht sein und auf eines der Opfer eingetreten haben. Erst als Anrainer lautstark nach der Polizei riefen, ließen die Angreifer von ihren Opfern ab. Laut den Betroffenen trafen die Beamten erst rund 35 Minuten später ein.
Schwere Verletzungen erlitten
Die Folgen der Prügelorgie sind massiv. Ein Opfer erlitt laut Krone unter anderem eine ausgekugelte Schulter, zahlreiche Prellungen und Schürfwunden. Der zweite Mann zog sich einen Augenhöhlenbruch, Verletzungen an Nase und Kiefer sowie eine Platzwunde am Kopf zu. Beide mussten ins Krankenhaus und könnten noch operiert werden.
„Diese Rollergang terrorisiert das ganze Grätzel“
Für viele Bewohner war die Gewalttat nur der Höhepunkt einer Entwicklung, die sie seit Monaten beschäftigt. Anrainer berichten von einer Gruppe junger Männer auf E-Scootern, die den Bereich rund um den Cizekplatz regelmäßig unsicher machen soll. „Diese Rollergang terrorisiert das ganze Grätzel“, sagt eine Bewohnerin. Immer wieder ist von Lärm, Sachbeschädigungen und Einschüchterungen die Rede. Eine Gastronomin erzählt: „Ich konnte einmal mein Lokal nicht aufsperren, weil die Burschen meine Gäste im Gastgarten provozierten.“ Ein anderer Anrainer berichtet, auf seine Bitte um Ruhe nur die Antwort erhalten zu haben: „Halts Maul und mach dein Fenster zu.“
Biker werden zu Beschützern
Nach der Prügelattacke beschlossen Freunde der beiden Opfer zu handeln. Mehrere Motorradfahrer verbringen seither regelmäßig ihre Freizeit am Cizekplatz. Ihre bloße Anwesenheit soll die Jugendgruppe abschrecken – offenbar mit Erfolg. „Die Anrainer sind so dankbar, bringen uns Essen und Getränke vorbei. Wenn wir da sind, können sie endlich wieder beruhigt rausgehen“, erzählt einer der Biker. Sogar bei einem Kindergeburtstag sollen die Motorradfahrer im Hof Präsenz zeigen, damit die Mädchen ungestört feiern können.
Kommt ein privater Sicherheitsdienst?
Auch die Politik reagiert. FPÖ-Gemeinderat Toni Mahdalik kritisiert: „Die Polizei wird ausgehungert, den Bezirksvorsteher interessieren die Gewaltorgien nicht.“ Nun werde sogar die Einrichtung eines privaten Sicherheitsdienstes geprüft.

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