Es ist ein Fall, der fassungslos macht. In der spanischen Stadt Burgos soll ein 12-jähriges Mädchen während einer Geburtstagsfeier an einem öffentlichen Ort von fünf oder sechs Burschen missbraucht worden sein – allesamt Mitschüler.

Die Konsequenz für die mutmaßlichen Täter: Ein Schulverweis von gerade einmal fünf Tagen, danach wurden sie wieder aufgenommen. Eine strafrechtliche Verfolgung gibt es nicht – die Beteiligten sind laut Polizei alle zwischen 11 und 12 Jahre alt und damit zu jung für ein Strafverfahren. Das Opfer erlitt laut Diario de Burgos körperliche und seelische Traumata – und muss nun in dieselbe Schule gehen wie ihre mutmaßlichen Peiniger. Die Daily Mail berichtete.

Getrennter Unterricht – um „Stigmatisierung zu vermeiden"

Die beschuldigten Jungen werden gemeinsam mit einigen anderen Mitschülern vom Rest der Klasse getrennt unterrichtet. Die offizielle Begründung: Die Maßnahme solle „eine Stigmatisierung vermeiden” – gemeint sind die mutmaßlichen Täter, nicht das Opfer.

Die Polizei hat den Fall an die Jugendstaatsanwaltschaft weitergeleitet und einen Bericht samt Personalien der Verdächtigen vorgelegt. Gemeldet wurde der Vorfall von der Familie des Opfers. Die Bildungsbehörde der Provinz Burgos ist informiert. Bislang gibt es keine weiteren Konsequenzen.

Nächster Skandal: Übergriffe auf Kreuzfahrtschiff

Der Fall ist nicht der einzige, der Spanien derzeit erschüttert. Die Polizei untersucht parallel mutmaßliche sexuelle Übergriffe auf bis zu zehn Mädchen im Alter von 15 und 16 Jahren auf einem Kreuzfahrtschiff. Den Teenagern sollen Drogen in die Getränke gemischt worden sein. Die Mädchen besuchen alle dieselbe Schule im Baskenland und befanden sich auf einer privat organisierten Mittelmeerkreuzfahrt mit Start- und Endpunkt Barcelona. Die Verdächtigen – Erwachsene, die nicht zur Gruppe gehörten – wurden bereits identifiziert, Festnahmen gab es bislang aber keine.

Es gilt die Unschuldsvermutung.