Nach Angaben der Polizei ist der Verdächtige bereits polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet. Erst im Mai soll er aus dem Jugendarrest entlassen worden sein.

Mit Transporter in Menschenmenge gerast

Die Bluttat ereignete sich, wie berichtet, am Samstagabend am Rande des Christopher Street Days nahe dem Potsdamer Platz. Der mutmaßliche Täter soll mit einem weißen Kastenwagen gezielt in die feiernde Menschenmenge gefahren sein. Eine Frau kam dabei ums Leben, 16 weitere Menschen wurden verletzt, drei von ihnen schwebten zunächst in Lebensgefahr.

Der Transporter prallte schließlich gegen einen Baum. Der Fahrer soll aus dem Fahrzeug ausgestiegen und anschließend zu Fuß geflüchtet sein. Seitdem läuft eine groß angelegte Fahndung in Berlin

Rätsel um Macheten-Mann

Für zusätzliche Brisanz sorgen nun Aussagen mehrerer Zeugen in mehreren deutschen Medienberichten. Einige berichteten, dass nach der Fahrt ein schwarz gekleideter Mann mit einer Machete gesehen worden sei. Andere gaben an, mehrere Verletzte könnten Stichverletzungen erlitten haben. Ob es nach der Fahrt tatsächlich eine zweite Angriffsphase gab oder ob mehrere Täter beteiligt waren, ist derzeit noch unklar. Die Polizei prüft die Aussagen und wertet zahlreiche Zeugenaussagen sowie Videoaufnahmen aus.

Abdul B.
Abdul B.

Mutmaßlicher Beifahrer festgenommen

Nach Informationen des Rundfunks Berlin-Brandenburg wurde noch in der Nacht ein Mann mit iranischer Staatsbürgerschaft festgenommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass er sich möglicherweise mit im Transporter befunden haben könnte. Ob der flüchtige 21-Jährige tatsächlich am Steuer saß und wem das Fahrzeug gehört, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.

Großfahndung in Berlin

Der Tatort wurde weiträumig abgesperrt. Spezialkräfte durchsuchten den Tiergarten mit Wärmebildkameras, zudem fanden mehrere Polizeieinsätze und Hausdurchsuchungen in Berlin statt. Eine Wohnung im Stadtteil Schöneberg wurde ebenfalls durchsucht, dort konnte der Gesuchte jedoch nicht gefunden werden.

Polizei bittet um Mithilfe

Hunderttausende Menschen hatten den Christopher Street Day besucht. Nach dem Anschlag wurde die Veranstaltung sofort beendet, das Gelände rund um das Brandenburger Tor evakuiert und alle weiteren CSD-Veranstaltungen abgesagt. Während die Ermittlungen auf Hochtouren laufen, bittet die Polizei die Bevölkerung um Hinweise zum Aufenthaltsort des flüchtigen Verdächtigen.