Die Entscheidung über die künftige Führung des ORF fiel erst nach Mitternacht: Clemens Pig wurde vom Stiftungsrat zum neuen Generaldirektor des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gewählt. Der 51-jährige bisherige Chef der Austria Presse Agentur (APA) tritt sein Amt Anfang 2027 an.
Dem Beschluss ging ein mehr als 14 Stunden dauerndes Hearing voraus, bei dem sich die insgesamt neun Kandidaten den Fragen der 35 Stiftungsräte stellen mussten. Pig stand dabei besonders lange im Fokus und wurde über zwei Stunden lang befragt. Für zusätzliche Brisanz sorgte FPÖ-Stiftungsrat Peter Westenthaler, der dem Favoriten vorwarf, seine Bewerbung mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt zu haben.
Lautstarker Schlagabtausch
Auch die Schlussphase der Sitzung verlief turbulent. Nachdem die Stiftungsratsvorsitzenden Heinz Lederer und Gregor Schütze Pig öffentlich den Rücken stärkten, kam es zu einem lautstarken Schlagabtausch mit Westenthaler. Dieser kündigte bereits an, gegen die Wahl Einspruch erheben zu wollen.
Am Ende erhielt Pig die Unterstützung von 21 der 35 Stiftungsräte. Auf Platz zwei landete Medienmanager Johannes Larcher mit sechs Stimmen. Pig war bereits im Vorfeld als Favorit gehandelt worden. Berichten zufolge sollen sich ÖVP und SPÖ schon vor Wochen auf seine Bestellung verständigt haben.

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