Mit ihrem Österreich Beitrag “Seaworld Venice” bei der Kunstbiennale in Venedig sorgte Florentina Holzinger zuletzt für heftige Debatten. Der exxpress berichtete über die mit 600.000 Euro Steuergeld geförderte Performance, die unter anderem wegen eines mit aufbereitetem Besucher Urin gespeisten Wasserbeckens und weiterer provokanter Szenen Kritik auslöste.

Nun führt die Künstlerin ihren Biennale Beitrag “Seaworld Venice” in Bregenz weiter. Für das Kunsthaus Bregenz entwickelte sie die “Bodensee Étude”, die am kommenden Samstag, 11. Juli, in den Bregenzer Seeanlagen aufgeführt wird. “Hier sein zu können, ist ein feuchter Traum”, sagte Holzinger bei der Präsentation. Eine Aussage, die ausgerechnet in Bregenz fällt, dessen Einwohner umgangssprachlich auch humorvoll als “Seebrünzler” bezeichnet werden.

Glocken, Mythen und ein Bergungsszenario

Die rund 40 Minuten lange, frei zugängliche Performance erzählt von der Ökologie, den Mythen und der Unterwasserwelt des Sees, aber auch von dessen Infrastruktur. “Wir machen uns jetzt unsere eigene Legende”, sagte Holzinger. Gemeinsam mit ihrem Team habe sie sich intensiv mit dem Bodensee beschäftigt, der ein Glazialsee mit großer Tiefe, viel Infrastruktur und zugleich ein Schiffsfriedhof sei.

Inspiration seien Geschichten von versunkenen Städten, deren Glocken zeitweise noch zu hören sein sollen, sowie warnende Nebelglocken gewesen. Daraus entwickelte Holzinger ein “Bergungsszenario”. Angekündigt ist die Performance als Komposition für vier Schlagzeuger, zehn Performer, einen Kran und eine Glocke. Auch weibliche Unterwasserwesen, die sich ihren Lebensraum mit Zivilisationsmüll teilen müssen, spielen eine Rolle. Laut Holzinger könnten auch Badegäste, die Natur und das Wetter Teil der Aufführung werden. Körper und Objekte tauchen dabei in den Bodensee ein und steigen daraus wieder empor.