Schon vor Inkrafttreten der Maßnahme am 8. Mai hatte Neubaus Bezirksvorsteher Markus Reiter vor genau dieser Entwicklung gewarnt. Er befürchtete, dass suchtkranke Menschen und Drogenhandel in die dicht besiedelten Bezirke Mariahilf, Neubau und Rudolfsheim-Fünfhaus verdrängt werden könnten.
Offenes Areal sorgt für Sorgen
Besonders im Fokus steht, laut Krone, nun das neue Sophienareal direkt am Gürtel. Die Wohnanlage mit großzügigem Innenhof und Parkflächen gilt wegen ihrer offenen Bauweise als leicht zugänglich. Ein breiter Durchgang führt direkt vom Gürtel in das Areal, zahlreiche Nischen bieten Rückzugsmöglichkeiten. Anrainer berichten bereits von ersten problematischen Szenen. Auf dem Gelände seien Spritzenreste, leere Alkoholflaschen und blutverschmierte Tücher entdeckt worden. Auch die leerstehende Lazaristenkirche neben dem Areal gilt laut Kritikern zunehmend als Treffpunkt für Randgruppen.
Forderung nach Ausweitung des Alkoholverbots
Für Kritik sorgt zudem, dass das Alkoholverbot ausgerechnet für das Sophienareal derzeit nicht gilt. Die Neubauer ÖVP fordert deshalb eine rasche Ausweitung der Regelung. Bezirksparteiobfrau Christina Schlosser verweist insbesondere auf den Kindergarten im Wohnkomplex. Gerade dort müsse ein sicherer und geschützter Raum gewährleistet sein. Dass das Areal bisher von der Verbotszone ausgenommen wurde, sei aus ihrer Sicht nicht nachvollziehbar.
Sorge vor neuem Drogen-Hotspot
Mit den steigenden Temperaturen und dem Einzug weiterer Bewohner dürfte sich die Situation nach Einschätzung der Kritiker weiter verschärfen. Vor allem die Grünflächen im Innenhof könnten zunehmend zum Konfliktbereich werden. Die Sorge im Bezirk: Ohne zusätzliche Maßnahmen könnte sich das neue Wohnprojekt rasch zum nächsten Brennpunkt der Wiener Drogenszene entwickeln.

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