Der Vorfall ereignete sich am Sonntag gegen fünf Uhr früh. In einer Wohnung wurde gerade der Akku eines E-Scooters geladen, als es zur Explosion kam. Die Wucht der Detonation richtete massive Schäden an: Fenster und Balkontür wurden aus der Verankerung gerissen, Teile der Fassade brachen heraus.

In der betroffenen Wohnung lebten ein 26-jähriger Mann, seine 32-jährige Frau sowie ihre zweijährige Tochter. Dass sich die Familie nicht unmittelbar in der Nähe des Akkus aufhielt, verhinderte vermutlich Schlimmeres. Dennoch wurden alle drei mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in die Klinik Innsbruck eingeliefert.

Gebäude stark beschädigt und evakuiert

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte bot sich ein dramatisches Bild. Die Wohnung war weitgehend zerstört, das Stiegenhaus stark verraucht. Die Feuerwehr musste das Gebäude zunächst belüften und sicherstellen, dass sich keine weiteren Personen in der betroffenen Wohnung befanden.

Aus Sicherheitsgründen wurden sämtliche Bewohner des Hauses vorübergehend evakuiert. Das Rote Kreuz versorgte die Betroffenen mit Decken, während die Einsatzkräfte die Lage unter Kontrolle brachten. Im Einsatz standen neben der Feuerwehr auch das Rote Kreuz mit einem Notarztwagen und zwei Rettungswagen sowie die Polizei. Die betroffene Wohnung gilt nach dem Vorfall als unbewohnbar.

Akkus als unterschätztes Risiko

Der Zwischenfall verdeutlicht einmal mehr, welches Gefahrenpotenzial von Lithium-Ionen-Akkus ausgehen kann. Gerade bei E-Scootern oder anderen elektrischen Kleinfahrzeugen kann es bei technischen Defekten oder Überhitzung zu gefährlichen Bränden oder Explosionen kommen.

Rückruf: Akku birgt Brandgefahr

Aktuell sorgt zudem eine europaweite Rückrufaktion für Aufmerksamkeit. Der Technologiekonzern Acer warnt vor der Nutzung bestimmter E-Scooter-Modelle der Predator ES Series 5. Betroffen sind Akkupacks, die zwischen Juni 2024 und Dezember 2025 in mehreren europäischen Ländern – darunter auch Österreich – ausgeliefert wurden.

Die Warnung wurde über den EU-Schnellwarndienst für Produktsicherheit veröffentlicht. Nutzer werden dringend aufgefordert, die betroffenen Akkus weder zu verwenden noch zu laden. Hintergrund ist das Risiko einer Überhitzung, die im schlimmsten Fall zu Bränden oder Explosionen führen kann. Für betroffene Geräte bieten autorisierte Servicezentren entsprechende Prüfungen und Austauschmöglichkeiten an.