Aus Sicht von Fachleuten spricht vieles dafür, dass der Goldschakal früher oder später auch im äußersten Westen Österreichs nachgewiesen wird. Der Landes-Wildökologe Hubert Schatz verwies im ORF-Gespräch darauf, dass die Tierart inzwischen sowohl im Bodenseeraum als auch in Tirol und im benachbarten Graubünden registriert wurde.
Zwar gab es auch in Vorarlberg bereits einzelne Sichtungsmeldungen, diese konnten bislang jedoch wissenschaftlich nicht bestätigt werden.
Warum sich Goldschakale ausbreiten
Der Goldschakal zählt zu den großen Gewinnern der sich wandelnden europäischen Landschaften. Anders als Wölfe bevorzugt er keine abgeschiedenen Wildnisgebiete, sondern kommt auch mit vom Menschen geprägten Räumen gut zurecht.
Eine aktuelle internationale Studie unter Beteiligung der Wildtierökologin Jennifer Hatlauf von der Universität für Bodenkultur Wien zeigt zudem einen weiteren interessanten Zusammenhang: Goldschakale meiden Gebiete mit hoher Wolfsdichte.
Während sich in Ländern wie Kroatien oder Bulgarien stabile Wolfsbestände etabliert haben, weichen Goldschakale dort häufig auf siedlungsnahe Regionen aus. Menschen werden dadurch indirekt zu einem Schutzschild, weil Wölfe wiederum dazu tendieren menschliche Nähe zu meiden.
Am Bodensee längst kein seltener Gast mehr
Besonders deutlich zeigt sich die Ausbreitung auch in Deutschland, im Landkreis Konstanz am Bodenseeufer. Dort beschränkt sich das Vorkommen längst nicht mehr auf einzelne durchziehende Tiere.
Für die Jahre 2024 und 2025 wurden erstmals gesicherte Fortpflanzungsnachweise dokumentiert. Die Tiere haben sich dort also nicht nur angesiedelt, sondern erfolgreich Nachwuchs aufgezogen.
Die Tiere bevorzugen strukturreiche Landschaften mit Gewässern, offenen Flächen und lockeren Waldbeständen. Besonders attraktiv sind schneearme Regionen mit mildem Klima.
Deutschland erlebt einen regelrechten Schakal-Boom
Auch nördlich der Alpen nimmt die Zahl der Nachweise seit Jahren deutlich zu. Der erste dokumentierte Goldschakal in Deutschland wurde bereits 1997 in Brandenburg entdeckt. In Baden-Württemberg erfolgte der erste Nachweis dagegen erst 2018. Mittlerweile entwickelt sich jedoch gerade Süddeutschland zu einem Schwerpunktgebiet der Art.

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