Kern der neuen Regelung ist die verpflichtende Ausstattung von E-Scootern mit Blinkern. Damit sollen Richtungswechsel künftig klarer signalisiert und gefährliche Situationen im Straßenverkehr reduziert werden.

Für viele Besitzer bedeutet das jedoch Nachrüstbedarf. Zahlreiche Modelle sind bislang ohne entsprechende Technik unterwegs – und müssen nun angepasst werden, um den neuen Anforderungen zu entsprechen.

Werkstätten am Limit: Nachfrage explodiert

Händler berichten von einem sprunghaften Anstieg an Anfragen. Besonders groß ist der Informationsbedarf: Kunden wollen wissen, ob ihre Fahrzeuge betroffen sind – und welche Konsequenzen bei Verstößen drohen.

Gerald Offenthaler, der seit 14 Jahren im oberösterreichischen Waldneukirchen E-Scooter vertreibt, schildert die Situation im Gespräch mit dem ORF deutlich: „Die Kunden wollen wissen, was da jetzt wirklich Sache ist und ob man gestraft werden kann, wenn man sich nicht an die neuen Vorgaben hält.“

Kritik an kurzer Übergangszeit

Auch der Zeitpunkt der Umsetzung sorgt in der Branche für Unmut. Händler bemängeln, dass die neuen Regeln zu kurzfristig eingeführt wurden.

Offenthaler hätte sich eine längere Übergangsphase gewünscht: „Wenn man als Startdatum etwa den 1.1.2027 gewählt hätte und festlegt, dass ab diesem Zeitpunkt Scooter verpflichtend mit Blinkern auszustatten sind, dann würde man sich auskennen und hätte Zeit.“ Eine solche Frist hätte es ermöglicht, bestehende Modelle regulär abzubauen und die Umstellung geordnet vorzunehmen.

Auch Deutschland passt Regeln an

Auch in anderen Ländern, wie etwa Deutschland, werden die Anforderungen an E-Scooter zunehmend verschärft. Hintergrund sind neue sicherheitstechnische Erkenntnisse – und steigende Unfallzahlen.

So wurden allein in Deutschland im vergangenen Jahr knapp 12.000 Unfälle mit E-Scootern registriert, bei denen Menschen verletzt wurden. Das entspricht einem Anstieg von rund 27 % im Vergleich zum Vorjahr.