Zum Start der Sommerreisesaison sorgt das neue System jedoch an mehreren großen europäischen Flughäfen für erhebliche Probleme.

Vor allem in Paris und Lissabon kam es zuletzt zu langen Warteschlangen und deutlichen Verzögerungen bei der Einreise. Teilweise müssen Reisende den vollständigen Registrierungsprozess durchlaufen, obwohl ihre Daten bereits erfasst wurden. Gleichzeitig geraten auch EU-Bürger in längere Wartezeiten, weil die Abläufe an den Kontrollstellen ins Stocken geraten.

Nach Angaben von Flughafenbetreibern stoßen die automatisierten Kontrollstationen aufgrund des hohen Reiseaufkommens an ihre technischen Grenzen, berichtet der Kurier.

Rom warnt vor Ferienbeginn

Kurz vor Beginn der Sommerferien schlagen nun auch die Verantwortlichen am Flughafen Rom Alarm.

Sie befürchten, dass der erwartete Ansturm von Urlaubern mit den derzeitigen Abläufen nicht bewältigt werden kann. Nach Medienberichten sollen deshalb im Bedarfsfall Grenzkontrollen vorübergehend vereinfacht oder ausgesetzt werden, um einen Zusammenbruch des Betriebs zu verhindern.

EU rechnet mit Anlaufschwierigkeiten

In Brüssel war man bereits vor dem Start des Systems von möglichen Problemen ausgegangen.

Nach Angaben der EU-Kommission können Flughäfen das neue System vorübergehend aussetzen, wenn es aufgrund außergewöhnlich hoher Auslastung zu erheblichen Verzögerungen kommt. Diese Übergangsregelung soll den Reiseverkehr während der Sommersaison entlasten.

Nach den Vorstellungen der EU soll die vollständige Kontrolle eines Nicht-EU-Reisenden im Regelfall höchstens 70 Sekunden dauern.

Vertreter der Flughafenbranche bezweifeln jedoch, dass dieses Ziel derzeit erreichbar ist. Sie kritisieren insbesondere technische Probleme und eine unzureichende Vorbereitung einzelner Mitgliedstaaten.

Die EU-Kommission spricht dagegen von anfänglichen Schwierigkeiten, die mit zunehmender Erfahrung und technischen Anpassungen behoben werden sollen.