Christoph Stadlhuber ist der ehemalige Geschäftsführer und Wien-Statthalter der Signa Holding, der das Haus verkaufen wollte. Er meinte eingangs, zum Untersuchungsgegenstand „überhaupt nichts beitragen” zu können.

Schließlich habe er weder zu den Ermittlungen nach Pilnaceks Tod noch zu den dazugehörigen Verfahren Wahrnehmungen, so der Manager. Der Verkauf des Hauses, an dem er Miteigentümer war, sei eine ausschließlich private Angelegenheit und habe auch nichts mit seiner Tätigkeit bei Signa zu tun. Pilnacek wollte die Immobilie im niederösterreichischen Rossatz (Bezirk Krems) im Jahr 2023 gemeinsam mit seiner Freundin erwerben.

Keine Wahrnehmungen zu Finanzierung

Die Mitbewohnerin der Freundin habe ihn wegen des Hauses kontaktiert, so der Manager. Er habe sie an seine Maklerin verwiesen. Pilnacek habe er im Juli 2023 bei einer Besichtigung zum ersten Mal getroffen. Mit ihm habe er nur ein „belangloses Gespräch über die Wachau” geführt. Später sei ein Kaufangebot von einer Schweizer Firma eingegangen, die einem mit Pilnacek befreundeten und mittlerweile verstorbenen Unternehmer gehörte. Diesen habe er persönlich nie getroffen. Der Kauf kam letztendlich nicht zustande.

Der Befragte hat keine Wahrnehmungen zur Finanzierung des Kaufs. Der am Vortag im U-Ausschuss geladene Ex-Lobbyist Peter Hochegger erzählte, von dem verstorbenen Unternehmer erfahren zu haben, dass Pilnacek Geld aus Dubai erwartet habe.

FPÖ findet Hauskauf „mysteriös"

Für die Freiheitlichen ist der Hauskauf „mysteriös“, denn es gab rund um das Geschäft „merkwürdige und brisante“ Nachrichten, die „misstrauisch“ machen. Das erklärte der Abgeordnete Michael Oberlechner vor Beginn der Befragung. Ein weiteres Thema werde die „mangelhafte Auswertung der Smartwatch durch die Beamten des Innenministeriums” sein, so Oberlechner. Dieser will sich auch der Grünen-Fraktionsführerin Nina Tomaselli widmen, die eine „nächste Folge der Pannenpolizei” ortet. Die Ermittler seien erst zwei Monate nach Pilnaceks Tod wirklich aktiv geworden und die angeschaffte Software sei nur zur Hälfte zu gebrauchen gewesen, wie der gestrige Befragungstag gezeigt habe. Ähnlich sieht es der SPÖ-Abgeordnete Jan Krainer: „Das Kriminalamt scheint nicht Daten auszuwerten, sondern eher ein Copyshop zu sein.“

ÖVP interessiert Rolle von FPÖ-Abgeordnetem Stefan

Die ÖVP will, was den Hauskauf Pilnaceks anbelangt, den Spieß umdrehen und die Rolle des FPÖ-Abgeordneten Harald Stefan durchleuchten, der laut Vertragsentwurf als Treuhänder aufscheint, wie Die Presse (Donnerstag-Ausgabe) berichtet. Hanger findet diesen Sachverhalt „spannend”, da Stefan als Treuhänder eine „maßgebliche, zentrale Rolle” bei diesem Geschäft innegehabt hätte. „Was wusste die FPÖ über diesen Hauskauf?“, will Hanger nun wissen und wünscht sich, Stefan auf die Auskunftsliste zu setzen. Unterstützung für dieses Ansinnen erhielt er am Donnerstag von der NEOS-Abgeordneten Sophie Wotschke.

Später ist, wie auch am Tag zuvor, ein Cybercrime-Beamter aus dem Bundeskriminalamt als Auskunftsperson geladen.