Mit der Reform soll der bürokratische Aufwand reduziert werden. Für Neufahrzeuge gelten künftig folgende Fristen:
- Erste Begutachtung vier Jahre nach der Erstzulassung
- Danach alle zwei Jahre
- Ab dem zehnten Jahr wieder jährlich
Damit reduziert sich die Zahl der verpflichtenden §57a-Überprüfungen in den ersten zehn Jahren eines Fahrzeugs deutlich.
ARBÖ: Sicherheit darf nicht leiden
Grundsätzlich begrüßt der ARBÖ die längeren Intervalle. Weniger Werkstattbesuche bedeuten schließlich auch geringere Kosten für Autofahrer.
Dennoch mahnt ARBÖ-Generalsekretär Gerald Kumnig zur Vorsicht.
Nach Angaben des Mobilitätsclubs weisen bereits rund zehn Prozent der Fahrzeuge in den ersten Jahren schwere Mängel oder sogar sicherheitsrelevante Defekte auf.
Viele Schäden entstehen unabhängig vom Alter des Fahrzeugs – etwa durch einen Steinschlag in der Windschutzscheibe, beschädigte Reifen nach einer Randsteinberührung oder andere äußere Einflüsse.
Kleine Schäden können teuer werden
Der ARBÖ warnt außerdem davor, notwendige Reparaturen zu lange aufzuschieben.
Wer kleinere Defekte nicht rechtzeitig beheben lässt, muss später oft deutlich höhere Kosten tragen.
Als Beispiel nennt der Mobilitätsclub die Bremsanlage: Leichter Rost an den Bremsscheiben lässt sich meist noch unkompliziert beseitigen. Bleibt das Fahrzeug jedoch längere Zeit stehen, kann sich der Rost so stark ausbreiten, dass die Bremsen als schwerer Mangel eingestuft werden und keine positive Begutachtung mehr möglich ist.
Positiv bewertet der ARBÖ hingegen eine weitere Neuerung.
Künftig gilt für die Durchführung der Begutachtung eine viermonatige Zeitspanne, die nach Ansicht des Clubs völlig ausreichend ist.
Die bisherige österreichische Sonderregelung mit der längeren Überziehungsfrist habe vor allem im Ausland immer wieder für Probleme gesorgt. Immer wieder wurden Urlauber von ausländischen Behörden wegen eines nach österreichischem Recht noch gültigen, im Ausland aber bereits als abgelaufen geltenden Pickerls beanstandet.
Forderung nach digitalem Pickerl
Mit der Reform sieht der ARBÖ den Bürokratieabbau noch nicht als abgeschlossen.
Der Mobilitätsclub fordert nun die Einführung eines digitalen Pickerls. Dadurch könnten Werkstätten auf den aufwendigen Umgang mit den bisherigen Begutachtungsplaketten verzichten.
Nach Ansicht des ARBÖ würde eine digitale Lösung sowohl Betrieben als auch Autofahrern das Verfahren deutlich erleichtern.
Die neuen Regelungen bringen vielen Fahrzeughaltern weniger verpflichtende Werkstatttermine und damit niedrigere Kosten.
Gleichzeitig appelliert der ARBÖ an alle Autofahrer, ihr Fahrzeug auch ohne gesetzliche Verpflichtung regelmäßig überprüfen zu lassen. Denn längere Prüfintervalle ersetzen keine laufende Wartung – und können im Ernstfall nicht nur teuer, sondern auch zu einem Sicherheitsrisiko werden.

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