Künftig müssen Veranstalter bei bestimmten Veranstaltungen mit mehr als 300 Besuchern ein sogenanntes Awarenesskonzept erstellen. Zusätzlich ist die Benennung von Awarenessbeauftragten verpflichtend. Diese sollen bei Vorfällen als Ansprechpersonen fungieren und sicherstellen, dass Betroffene rasch Hilfe erhalten.
Awareness bedeutet, aufmerksam gegenüber Diskriminierung, Belästigung und sexualisierter Gewalt zu sein. Ziel ist es, problematische Situationen frühzeitig zu erkennen und Betroffene nicht allein zu lassen. Die Konzepte regeln unter anderem Zuständigkeiten, Kommunikationswege und konkrete Abläufe im Ernstfall, berichtet 5min.at.
Einheitliche Standards für die Clubszene
Die neuen Vorgaben wurden gemeinsam mit der Vienna Club Commission entwickelt. Laut Veranstaltungsstadtrat Jürgen Czernohorszky soll damit ein einheitlicher Sicherheitsstandard für das Wiener Nachtleben geschaffen werden.
„Ziel ist, dass sich alle Menschen im Nachtleben möglichst sicher und respektiert fühlen und bei Bedarf Unterstützung bekommen“, betont Czernohorszky.
Ein zentraler Bestandteil der neuen Regelungen ist die sogenannte Awareness-Rettungskette. Sie legt fest, welche Schritte bei Vorfällen gesetzt werden müssen und wie Betroffene unterstützt werden.
Viele Menschen berichten von Übergriffen
Auslöser für die Gesetzesänderung war unter anderem eine Umfrage aus dem Jahr 2023. Dabei gaben 65 Prozent der Befragten an, bereits Diskriminierung, Belästigung oder Übergriffe im Wiener Nachtleben erlebt zu haben.
Bereits in den vergangenen Jahren wurden Maßnahmen gesetzt: Zwischen 2024 und 2026 nahmen rund 180 Personen aus dem Club- und Veranstaltungsbereich an Schulungen im Rahmen der Initiative „Safer Feiern“ teil.
Unterstützung für Veranstalter
Um die Umsetzung zu erleichtern, stellt die Stadt Wien verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung. Ab Mitte Juni wird auf der Website der MA 36 ein Muster-Awarenesskonzept bereitgestellt. Ergänzend bietet die Vienna Club Commission eine Informationsmappe mit Definitionen, Leitlinien und praktischen Vorlagen an.
Frauenstadträtin Elke Hanel-Torsch begrüßt die Neuerungen ausdrücklich. Sie betont, dass in Wien bei sexueller Belästigung und Übergriffen eine Null-Toleranz-Politik gelte. Gleichzeitig unterstreicht die Stadt die Bedeutung der Wiener Clubkultur, die auch künftig ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens bleiben soll.

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