Der Außenposten soll ab den frühen 2030er-Jahren in Betrieb gehen und gilt als zentraler Baustein für die nächste Phase der bemannten Raumfahrt.

NASA-Chef Jared Isaacman stellte die Pläne Ende Mai in Washington vor. „Amerika kehrt zum Mond zurück – und dieses Mal, um zu bleiben“, sagte er laut „Frankfurter Rundschau“. Die geplante Station wäre der erste dauerhafte menschliche Außenposten auf einem anderen Himmelskörper.

Warum der Südpol so wichtig ist

Der Standort ist strategisch gewählt. In dauerhaft schattigen Kratern werden große Mengen Wassereis vermutet. Daraus könnten Trinkwasser, Sauerstoff und Raketentreibstoff gewonnen werden. Zudem hoffen Forscher auf verwertbare Rohstoffe wie Metalle, seltene Erden und Helium-3 im Mondstaub.

Aufbau in drei Phasen

Der Aufbau soll schrittweise erfolgen. Zunächst sollen bis 2029 Drohnen, Rover und Landefahrzeuge das Gelände erkunden, geeignete Standorte bestimmen und erste Infrastruktur vorbereiten. Danach folgen Wohnmodule, Labore, Energieanlagen und Versorgungssysteme. In der letzten Phase soll die Basis für einen dauerhaften Betrieb ausgebaut werden.

Insgesamt sind 81 Flüge zum Mond vorgesehen. Wie vol.at berichtete, setzt die NASA dabei stark auf private Raumfahrtunternehmen: Blue Origin soll Landefahrzeuge liefern, Firefly Aerospace Drohnen beisteuern, Astrolab und Lunar Outpost entwickeln Rover. Auch internationale Partner wie die ESA, Japan, Kanada und Italien bleiben eingebunden.

Abkehr vom „Gateway“

Mit der neuen Strategie verschiebt die NASA den Schwerpunkt ihres Artemis-Programms deutlich. Die lange geplante Raumstation „Lunar Gateway“ im Mondorbit verliert vorerst an Bedeutung. Statt einer Zwischenstation im All rückt nun die Infrastruktur direkt auf der Mondoberfläche in den Mittelpunkt.

Die Mondbasis soll wissenschaftliche Forschung ermöglichen und zugleich Technologien testen, die später für bemannte Missionen zum Mars gebraucht werden. Dazu zählen Energieversorgung, Lebenserhaltungssysteme, autonome Fahrzeuge und der Umgang mit lokalen Ressourcen.

China erhöht den Druck

Der Zeitplan bleibt ehrgeizig. Vor allem die Entwicklung eines zuverlässigen bemannten Mondlanders gilt als kritischer Punkt. Focus Online verweist auf Zweifel von Experten, ob die nötigen Systeme rechtzeitig einsatzbereit sein werden.

Zugleich wächst der internationale Druck. China will bis 2030 Menschen auf den Mond bringen und plant gemeinsam mit Russland ebenfalls eine dauerhafte Station am Südpol. Damit wird die geplante NASA-Basis nicht nur zu einem wissenschaftlichen Großprojekt, sondern auch zum Symbol eines neuen Wettlaufs im All.