Lena wurde mit einem zunächst unerkannten Hydrocephalus, umgangssprachlich Wasserkopf, geboren. Erst Monate nach der Geburt wurde die Erkrankung diagnostiziert und eine Notoperation durchgeführt.

Die heute Fünfjährige kämpft laut ihrer Mutter noch immer mit motorischen Einschränkungen. Diese betreffen unter anderem das selbstständige Benutzen der Toilette, das Stiegensteigen sowie feinmotorische Fähigkeiten wie die richtige Stifthaltung.

Schuleignungstest: Noch nicht schulreif

Am 28. Juli wird Lena sechs Jahre alt und wäre damit grundsätzlich schulpflichtig. Beim Schuleignungstest wurde jedoch festgestellt, dass sie noch nicht schulreif ist.

Sowohl die Eltern als auch die behandelnden Ärzte und die vorgesehene Volksschule halten ein weiteres Jahr im Kindergarten für die beste Lösung. Die Bildungsdirektion bewilligte daher eine Befreiung vom Schulbesuch für ein Jahr.

Förderung fällt trotzdem weg

Genau hier beginnt das Problem: Obwohl Lena nicht in die Schule gehen muss, bleibt sie rechtlich schulpflichtig. Dadurch endet die Förderung für ihren privaten Kindergartenplatz.

Die Magistratsabteilung 10 verweist auf die geltenden Förderrichtlinien. Demnach können Kinder nur bis zum Beginn der Schulpflicht im Rahmen des beitragsfreien Kindergartenmodells gefördert werden. Ausnahmen seien nur unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen möglich.

Für die Familie bedeutet das zusätzliche Kosten von rund 680 Euro pro Monat. Lenas Mutter befürchtet, dass die Familie die Kosten nicht tragen kann. Gleichzeitig würden notwendige Ergo- und Physiotherapien gefährdet, die für die weitere Entwicklung ihrer Tochter wichtig sind.

Als mögliche Alternative wurde der Familie Heimunterricht vorgeschlagen. Für die Mutter kommt dies jedoch kaum infrage. Sie müsste dafür ihren Beruf aufgeben und gleichzeitig würde Lena wichtige soziale Kontakte verlieren.

Auch der Besuch einer Vorschulklasse gestaltet sich schwierig. Aufgrund ihrer motorischen Einschränkungen erfüllt Lena derzeit nicht alle Voraussetzungen für eine Aufnahme.

Familie hofft auf Lösung

Die Eltern suchen nun nach einer Möglichkeit, ihrer Tochter ein weiteres Förderjahr im Kindergarten zu ermöglichen, ohne finanziell überfordert zu werden.

„Wir versuchen für unsere Tochter eine Lösung zu finden, die uns als Familie nicht finanziell oder psychisch an unsere Grenzen bringt“, schildert die Mutter die schwierige Situation.

Der Fall wirft einmal mehr die Frage auf, wie mit Kindern umgegangen wird, die zwar schulpflichtig sind, aufgrund ihrer Entwicklung aber noch zusätzliche Förderung außerhalb der Schule benötigen.