Aktuelle Daten der Stadt zeigen: Mit knapp 300 registrierten obdachlosen Menschen könnte Klagenfurt heuer einen historischen Höchstwert erreichen.

Diese Zunahme bleibt nicht ohne Folgen. Die bestehenden Einrichtungen, die Wohnungslose auffangen sollen, geraten zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen – insbesondere das Eggerheim der Caritas, die einzige Tagesstätte dieser Art in der Stadt.

Dort halten sich täglich mehr als 100 Menschen auf, unter anderem, weil auch Mahlzeiten für Bedürftige bereitgestellt werden.

Unterkünfte bereits überlastet

Besonders angespannt ist die Situation in der Notschlafstelle. Die Einrichtung bietet Platz für 30 Männer und zehn Frauen – doch diese Kapazitäten reichen längst nicht mehr aus.

Koordinatorin Katrin Starc beschreibt die Lage im Gespräch mit dem ORF deutlich: „Wir waren in der Notschlafstelle heuer das erste Mal voll, das war Mitte Jänner, Februar. Da hatten wir keinen Platz mehr um jemanden aufzunehmen.“ In einzelnen Fällen mussten Frauen kurzfristig in einer Jugendherberge untergebracht werden.

Stadt fordert Unterstützung vom Land

Angesichts der Entwicklung wächst der politische Druck. Bürgermeister Christian Scheider fordert zusätzliche Maßnahmen auf Landesebene.

Klagenfurt könne die Situation alleine nicht mehr bewältigen. Notwendig seien vergleichbare Einrichtungen in den Bezirken, um die Last breiter zu verteilen.

Derzeit trägt die Stadt einen erheblichen Teil der Kosten selbst: Rund 240.000 Euro jährlich fließen in den Betrieb des Eggerheims, während das Land Kärnten etwa 90.000 Euro beisteuert – aus Sicht der Stadt deutlich zu wenig.

Neue Ansätze werden diskutiert

Diskutiert wird etwa die Einrichtung eines öffentlichen Bereichs, in dem sich obdachlose Menschen aufhalten können, ohne regelmäßig verdrängt zu werden.

Ein Blick nach Wien zeigt einen weiteren möglichen Anatz: Dort wurden im vergangenen Winter im Rahmen des sogenannten Winterpakets rund 2.900 obdach- und wohnungslose Menschen versorgt.

Das Programm stellt zusätzliche Notunterkünfte und Unterstützungsangebote bereit und erreicht eine Auslastung von rund 95 %. Insgesamt standen etwa 1.000 Plätze für Einzelpersonen sowie rund 40 Plätze für Familien zur Verfügung.

Allerdings geht dieses Modell auch mit einem gewaltigen finanziellen Aufwand einher: Rund 161 Millionen Euro investiert die Stadt Wien in entsprechende Maßnahmen.