„Laut Ö1 sind Menschen, die sich links verorten, wenig anfällig für Desinformation – jene, die sich rechts verorten, damit umso mehr. Aha.” So kommentierte Franz Schellhorn, Chef des liberalen Thinktanks Agenda Austria, am Dienstag auf X das Ergebnis eines Ö1-Interviews. Ironisch gemeint — aber nicht falsch.
Im Mittagsjournal war Manuela Grünangerl von der Universität Salzburg zu Gast, Mitautorin der Studie „Digital Skills Austria IV”. Die Studie wurde von den Universitäten Salzburg und Linz im Auftrag der Rundfunk- und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) erstellt.
Was das Ö1-Gespräch ergab
Grünangerl bestätigte im Interview: Personen, die sich auf der klassischen Links-Rechts-Skala weiter rechts verorten, schneiden im Desinformationswissenstest schlechter ab. Noch deutlicher sei der Effekt bei parteipolitischer Nähe — wer sich rechten oder rechtspopulistischen Parteien zugehörig fühle, sei anfälliger für Desinformation.
Gleichzeitig betonte sie: Bildung, Alter und Geschlecht alleine erklären wenig. „Die Idee, es liegt an der Bildung — das ist so ein bisschen ein Kurzschluss”, sagte Grünangerl wörtlich. Entscheidender seien politisches Weltbild, Mediennutzung und vor allem digitale Kompetenz.
Was digitale Kompetenz konkret bedeute? Nicht, „dass ich ein Handy einschalten kann oder TikTok runterladen”, so Grünangerl. Sondern zielgerichtetes Problemlösen: wissen, wie digitale Systeme funktionieren — und im Zweifel etwas eben nicht anklicken, nicht weiterverbreiten.
Die gute Nachricht
Der Umgang mit Desinformation sei erlernbar, betonte die Forscherin. Politische Einstellungen seien schwer zu ändern — digitale Kompetenz aber schon. Na da haben wir ja alle nochmal Glück gehabt.

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