500 wahlberechtigte Österreicher wurden zwischen dem 20. und 23. April 2026 online befragt, wo die Bundesregierung beim Doppelbudget 2027/28 den Hebel ansetzen soll. Das Ergebnis der Umfrage von Peter Hajek „Public Opinion Strategies” im Auftrag von ATV ist unmissverständlich: Die Bevölkerung will dort sparen, wo sie sich selbst am wenigsten betroffen fühlt – und das spiegelt sich in den Zahlen deutlich wider. Diskutiert werden die Ergebnisse diesen Freitag um 22:25 Uhr im Polit-Talk „Aktuell: Die Woche” bei ATV und auf JOYN – mit Moderator Meinrad Knapp, Politikberater Thomas Hofer und Meinungsforscher Peter Hajek.

Verwaltung, Migration, Entwicklungshilfe: Die klare Spitzengruppe

Ganz oben auf der Sparliste steht die öffentliche Verwaltung und Bürokratie – 46 Prozent der Befragten sehen hier das größte Einsparungspotenzial. Dicht dahinter folgt Migration und Integration mit 45 Prozent, knapp davor Entwicklungshilfe und internationale Zahlungen mit 42 Prozent. Mit deutlichem Abstand landen Kultur- und Kunstförderung (25 Prozent) sowie Unternehmensförderungen (17 Prozent) auf den nächsten Plätzen. Militärische Verteidigung und Klimaschutz kommen jeweils auf 16 Prozent.

Sozialstaat bleibt unangetastet

Anders sieht es bei den klassischen Bereichen aus: Gesundheit (10 Prozent), Pensionen und Wohnen (je 9 Prozent) sowie Bildung und Universitäten (7 Prozent) werden kaum als Sparbereiche genannt. Nur vier Prozent der Befragten sind der Meinung, dass überhaupt nirgendwo gespart werden sollte.

FPÖ-Wähler gegen Migration, Grüne gegen Bürokratie

Aufschlussreich sind die Unterschiede nach Parteipräferenz. FPÖ-Wähler wollen vor allem bei Migration und Integration (71 Prozent) sowie Entwicklungshilfe (58 Prozent) kürzen. SPÖ- und Grün-Wählende hingegen fokussieren sich besonders stark auf die öffentliche Verwaltung – bei den Grünen sind es sogar 63 Prozent, bei der SPÖ 50 Prozent. Auch NEOS-Wähler sehen mit 56 Prozent die Verwaltung klar an erster Stelle. ÖVP-Wählende verteilen ihr Sparpotenzial vergleichsweise breit über mehrere Bereiche.

Meinungsforscher Peter Hajek bringt es auf den Punkt: „Kurz gesagt: Die Österreicherinnen und Österreicher wollen dort sparen, wo sie vermeintlich wenig bis gar nicht betroffen sind. Das ist menschlich, aber budgetär weniger wirksam.”