Laut einer parlamentarischen Anfrage des FPÖ-Nationalratsabgeordneten Thomas Spalt wurden im Jahr 2025 rund 28.000 Tonnen Kunststoffgebinde sowie etwa 12.700 Tonnen Metallgebinde verkauft. Zurückgebracht wurden im selben Zeitraum jedoch lediglich rund 18.600 Tonnen Plastikflaschen und 8.200 Tonnen Aluminiumdosen, berichtet 5min.at.

Warum die Zahlen auseinandergehen

Auf den ersten Blick ergibt sich daraus ein deutlicher Unterschied zwischen verkauften und zurückgegebenen Gebinden. Umweltminister Norbert Totschnig verweist jedoch auf die sogenannte Verweildauer der Pfandverpackungen.

Zwischen dem Zeitpunkt, an dem eine Flasche oder Dose erstmals in den Handel gelangt, und ihrer Rückgabe vergehen durchschnittlich 51 Tage. Dadurch werden viele Gebinde, die Ende des Jahres verkauft wurden, erst im Folgejahr retourniert. Deshalb könne die tatsächliche Sammelquote nicht allein anhand der Jahreszahlen berechnet werden.

Weniger Müll in der Natur

Als Erfolg werten die Verantwortlichen die Entwicklung beim sogenannten Littering, also dem achtlosen Wegwerfen von Verpackungen im öffentlichen Raum. Laut einer Studie aus dem Vorjahr landen bepfandete Flaschen und Dosen deutlich seltener in Parks, auf Straßen oder in der Natur als Verpackungen ohne Pfandkennzeichnung.

Auch Gemeinden berichten von einem spürbaren Rückgang weggeworfener Getränkeverpackungen bei Reinigungsaktionen. Das Pfandsystem leiste damit einen sichtbaren Beitrag zu einer saubereren Umwelt, betont Totschnig.

Nur wenige Beschwerden registriert

Im Umweltministerium gingen im Zusammenhang mit dem neuen Pfandsystem vergleichsweise wenige Beschwerden ein. Insgesamt wurden 87 Anfragen und Reklamationen verzeichnet.

Die häufigsten Meldungen betrafen sonstige Anliegen (58 Fälle), gefolgt von Annahmeverweigerungen bei Rückgabestellen (19 Fälle). Darüber hinaus wurden vier Beschwerden über defekte Automaten sowie jeweils drei Meldungen zu Problemen bei der Bon-Auszahlung und bei der manuellen Rücknahme registriert. Während viele Konsumenten das Pfandsystem positiv bewerten oder nach eigenen Angaben kaum Veränderungen im Alltag bemerken, gibt es auch kritische Stimmen. Einige empfinden die Rückgabe der Verpackungen als zusätzlichen Aufwand.

Manche Verbraucher kaufen Getränke inzwischen sogar im benachbarten Ausland, um das österreichische Einwegpfand zu umgehen. Trotz unterschiedlicher Meinungen sehen die Verantwortlichen die Einführung des Systems insgesamt als gelungen an und wollen die Rücklaufquote bis 2027 auf 90 Prozent steigern.