Bereits Stunden vor dem Anpfiff waren die Flaggen mit dem historischen Löwen-und-Sonne-Symbol rund um das Stadion präsent. Viele Anhänger trugen sie offen über den Schultern, andere versteckten sie beim Betreten der Arena in Taschen oder unter ihrer Kleidung.

FIFA-Verbot bleibt weitgehend wirkungslos

Laut der New York Post gelangten zahlreiche der verbotenen Fahnen problemlos durch die Sicherheitskontrollen. Kaum im Stadion angekommen, wurden sie wieder ausgepackt und auf den Rängen sichtbar präsentiert. Einzelne Fans trugen das Symbol auf T-Shirts, andere entrollten großformatige Banner.

Die FIFA hatte die Fahne vor Beginn des Turniers als politisches Symbol eingestuft. Das Regelwerk des Weltverbandes untersagt politische, diskriminierende oder beleidigende Symbole in den WM-Stadien. Die Umsetzung dieser Vorgaben scheint jedoch schwierig zu sein.

Proteste gegen das Regime in Teheran

Die Fahne steht für viele Exil-Iraner als Symbol des Iran vor der Islamischen Revolution von 1979. Entsprechend emotional verliefen auch die Szenen rund um die Partie.

Während der Nationalhymne der Islamischen Republik sollen zahlreiche Zuschauer die aktuelle Staatsführung mit Buhrufen bedacht haben. Vor dem Stadion versammelten sich zudem hunderte Demonstranten, die gegen das Regime in Teheran protestierten und politische Veränderungen forderten.

Los Angeles als Zentrum der iranischen Diaspora

Dass die Proteste ausgerechnet in Los Angeles besonders sichtbar sind, kommt nicht überraschend. In Südkalifornien lebt die größte iranische Exilgemeinschaft der Vereinigten Staaten. Schätzungen zufolge haben rund 600.000 Menschen in der Region iranische Wurzeln.

Bereits beim WM-Auftakt gegen Neuseeland waren ähnliche Szenen zu beobachten gewesen. Das zweite Spiel der Iraner machte deutlich, dass sich die politischen Spannungen auch durch FIFA-Vorgaben kaum aus den Stadien fernhalten lassen.

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Belgien vergibt zahlreiche Chancen

Sportlich stand Belgien nach dem 0:0 gegen den Iran als Verlierer des Abends da. Die „Roten Teufel“ dominierten über weite Strecken das Geschehen, konnten ihre Überlegenheit aber nicht in Tore ummünzen.

Trainer Rudi Garcia zeigte sich nach dem Schlusspfiff enttäuscht. Seine Mannschaft habe genügend Möglichkeiten gehabt, sei vor dem Tor jedoch nicht effizient genug gewesen. Auch Stürmerstar Romelu Lukaku, der erstmals bei dieser WM von Beginn an spielte, konnte die Offensive nicht beleben.

Platzverweis bringt Wende

Die entscheidende Szene ereignete sich in der 66. Minute. Belgiens Innenverteidiger Nathan Ngoy wurde nach einer Notbremse gegen Mehdi Taremi vom Platz gestellt.

In Überzahl verteidigte der Iran das torlose Remis souverän. Für „Team Melli“ ist das Ergebnis historisch: Erstmals blieb die Mannschaft bei einer Weltmeisterschaft in den ersten beiden Gruppenspielen ungeschlagen.

Entscheidung fällt am letzten Spieltag

Sowohl Belgien als auch der Iran halten nun bei zwei Punkten. Damit ist die Ausgangslage vor dem letzten Gruppenspiel völlig offen.

Belgien benötigt gegen Neuseeland dringend einen Sieg, um den Einzug in die K.-o.-Phase aus eigener Kraft zu schaffen. Der Iran trifft zeitgleich auf Ägypten und darf weiter von einer Achtelfinal-Teilnahme träumen. Die Bilder aus Los Angeles zeigen allerdings schon jetzt, dass diese WM für viele iranische Fans weit mehr als nur ein Fußballturnier ist.