Es gibt Leute, die stehen sehr oft im Mittelpunkt beim ORF, egalob gewollt oder nicht – und das eben auch nicht immer positiv. Das beste Beispiel ist Pius Strobl. Der Mitgründer der Grünen, der bis 2006 im ORF-Stiftungsrat saß und danach als Manager auf den Küniglberg wechselte, ist als Topverdiener mit millionenschwerer Zusatzpensions-Forderung die aktuelle Debatte über den Staatsfunk mitverantwortlich. Nun kommt da ein weiteres Problemchen auf Strobl zu. Denn: Tausendsassa Strobl, seit Ende 2014 auch oberster Bauchef des ORF, beauftragte das für den ORF immer wieder tätige Bauunternehmen Sedlak auch privat. Und zwar mit Sanierungsarbeiten an seinem Privathaus in Wien-Ottakring.
Die Aufträge gehen in die Millionen
Der Bauträger Sedlak, ein Familienunternehmen mit rund 270 Mitarbeitern, ist seit rund fünf Jahren mit dem ORF in geschäftlicher Verbindung. Das Volumen der Aufträge beläuft sich allein beim „Medienstandort“ am Küniglberg auf 20,9 Millionen Euro. Darüber hinaus wurde die Baufirma mit Dachsanierungsarbeiten an sieben Landesstudios betraut – als Bestbieter und nach einem Ausschreibungsverfahren, wie der ORF betont. Das Volumen dieser Rahmenvereinbarung für Baumeisterleistungen: rund neun Millionen. Macht in Summe 30 Millionen Euro, berichtet die Kronen Zeitung. Aber auch privat nahm Strobl die Firma des Öfteren in Anspruch, so wie 2024: da kam es in Strobls Privathaus in Wien-Ottakring zu einem Wasserschaden im Keller. Ein Versicherungsfall. Kostenpunkt für den Keller: 199.000 Euro. Die Versicherung beauftragte nach Entscheidung von Strobl – ein Schelm der Böses denkt – die Baufirma Sedlak. Außerdem erteilte Strobl privat Aufträge: Dabei ging es um die Schimmelsanierung der jungen Holzfassade, um einen undichten Balkon und den Umbau des einiger Teile seines Hauses. Kosten, laut Strobl: 57.000 Euro. Diese habe er Ende September 2024 privat bezahlt, betont er ausdrücklich.
Eine gute Firma die effizient arbeitet
Der ORF betont, Strobl habe „keine Möglichkeit“ gehabt, Aufträge allein zu vergeben. Alle Entscheidungen seien durch Experten geprüft und am Ende von der Generaldirektion freigegeben worden. Eine solche Überschneidung privater mit geschäftlicher Beziehung, die womöglich unbedacht und rein zufällig erfolgte, erregt bei einer Reizfigur wie Strobl in Zeiten wie diesen, in denen der ORF im unerwünschten Rampenlicht steht, Aufmerksamkeit und führt zu Fragen. „Aus Effizienzgründen“ sei seine zusätzliche Beauftragung erfolgt, erklärt Strobl dazu – die Baustelle sei ja bereits eingerichtet gewesen. Schon damals fiel genauen Beobachtern jedenfalls auf, dass Strobl im März 2024, kurz vor Beginn seiner privaten Bauarbeiten, ORF-intern massiv Werbung für Sedlak machte, berichtet die Krone. Er schwärmte regelrecht von der Baufirma und ersuchte damals sogar in der Generaldirektion um Autorisierung, damit er Sedlak mit einer Fassaden-Sanierung des Landesstudios in Graz beauftragen könne. Kostenpunkt: rund 600.000 Euro. Hat Strobl die Tätigkeiten der von ihm bevorzugten Baufirma an seinem Privathaus gegenüber dem ORF offengelegt? Dazu meint er nur, es gäbe keine Umstände, die Unvereinbarkeiten auslösen könnten.

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