Zierhut-Kunz: Vom Steuerberater zur ORF-Chefkandidatin
Die gebürtige Wienerin absolvierte ein Studium der Handelswissenschaften an der WU Wien und arbeitete zunächst als Steuerberaterin. Ab 2009 war sie im ORF in der Kaufmännischen Direktion tätig, später übernahm sie verschiedene Führungspositionen im Personalbereich und in der strategischen Planung. Seit 2022 leitet sie die Kaufmännische Direktion von ORF III. „Mit meiner Kandidatur verbinde ich den Anspruch, den ORF strukturell weiterzuentwickeln und die journalistische Qualität nachhaltig zu stärken”, so Zierhut-Kunz.
Thurnher: „Es geht nicht um mich – es geht um den ORF"
Ingrid Thurnher, die seit März interimistisch und seit April regulär an der ORF-Spitze steht, begründet ihren Verzicht auf eine Bewerbung mit dem Wunsch nach Handlungsfreiheit. „Ich muss nicht taktieren, ich muss nicht tun, was opportun ist”, schreibt sie in einem Brief an die Belegschaft. Sie wolle die verbleibende Zeit nutzen, um Missstände aufzuarbeiten und die Weichen für einen besseren ORF zu stellen – auch wenn manche Entscheidungen „möglicherweise weh tun” und „Widerstand auslösen” werden. Der von ihr eingerichtete Transparenzbeirat soll noch vor dem Sommer seinen Bericht vorlegen.
„ORF ist nicht Spielball der Politik"
Thurnher appelliert an die Politik, sich bei der Nachfolgesuche zurückzuhalten: „Der ORF ist nicht der Spielball der Politik und er gehört auch nicht der Politik.” Sie sichert zu, die neue Führung ab 2027 bestmöglich zu unterstützen und gemeinsam einen „Planungs-Summit” einzuberufen. Der ORF-Stiftungsrat trifft seine Entscheidung am 11. Juni. Thurnher zeigt sich zuversichtlich, dass dabei eine Wahl „im Interesse des Publikums und eines starken ORF” getroffen wird.

Kommentare
Lädt Kommentare...