Der 70. Eurovision Song Contest verwandelt Wien derzeit in eine internationale Bühne für Musik, Tourismus und Werbung für den Standort Österreich. Hunderttausende Fans feiern in der Stadt, Hotels und Gastronomie profitieren von der Großveranstaltung – auch wenn nicht alle Betriebe gleichermaßen gewinnen.

Wien Tourismus rechnete im Vorfeld der ESC-Woche mit einer Auslastung von rund 70 Prozent. Besonders günstige Unterkünfte seien stark gefragt, erklärte Felix Neutatz, Hotellerie-Obmann der Wiener Wirtschaftskammer. Luxus-Hotels würden dagegen teils sogar Rückgänge verzeichnen. „Der Song Contest schreckt auch ab“, sagte Neutatz.

Sicherheitslage beschäftigt Veranstalter

Wien-Tourismus-Chef Norbert Kettner war am Montagabend zu Gast in der ZiB2 bei Armin Wolf. Dort sprach er über die erhöhte Sicherheitslage rund um den ESC. „Kein Groß-Event auf der ganzen Welt kann ohne dieses Sicherheitslevel über die Bühne gehen“, erklärte Kettner. Man habe jedoch „ein gutes Konzept“.

Trotz Boykottaufrufen einzelner Länder wegen der Teilnahme Israels sei die Nachfrage ungebrochen. Auch Länder, die heuer nicht am ESC teilnehmen, würden derzeit stark nach Österreich reisen.

Wolf sorgt mit ORF-Sager für Lacher

Für den bemerkenswertesten Moment des Interviews sorgte allerdings Armin Wolf selbst. Als es um die Möglichkeit ging, dass Österreich den Song Contest erneut gewinnen könnte, meinte Kettner scherzhaft, man könne die Austragung dann vielleicht Innsbruck überlassen.

Daraufhin sagte Wolf offen:
„Der ORF könnte sich eine erneute Ausrichtung derzeit nicht leisten.“

Der Satz sorgte im Studio auf beiden Seiten für Gelächter – zeigt aber gleichzeitig die enormen finanziellen Belastungen, die mit dem Eurovision Song Contest verbunden sind.

Millionen-Effekt für Österreich

Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner erwartet durch den ESC einen wirtschaftlichen Impuls von rund 57 Millionen Euro. Etwa 21 Millionen Euro davon würden direkt durch Gäste für Hotels, Gastronomie und Mobilität ausgegeben. Weitere 36 Millionen Euro entstünden durch Investitionen rund um die Veranstaltung.

Zudem erwartet man weltweit rund 160 Millionen Zuschauer sowie Milliarden Kontakte über Social Media. Für Österreich sei der ESC daher „eine unbezahlbare Chance“, so Zehetner.