Zudem fordert er Einsicht in den Compliance-Bericht in der Causa Roland Weißmann sowie eine Untersuchung der „Motivlage” der Frau, die den ehemaligen Generaldirektor beschuldigt hatte.

Darüber hinaus fordert Westenthaler, dass bis zum Antritt der neuen Generaldirektion Anfang 2027 von der interimistischen Führung keinerlei Personalentscheidungen ohne Rücksprache mit dem oder der Designierten sowie dem Stiftungsrat getroffen werden dürfen. Ob er am Donnerstag für Ingrid Thurnher als interimistische Generaldirektorin stimmen werde, werde er entscheiden, sobald er ihre Pläne kenne. Bisher vermisse er die angekündigte Transparenz und kritisierte das „Kommunikationsdesaster” der vergangenen Wochen.

Westenthaler: „Rolle von Pius Strobl untersuchen"

„Jetzt muss alles auf den Tisch, auch wenn wir zwei Tage brauchen“, so Westenthaler, der auch die Rolle von ORF-Manager Pius Strobl rund um die Vorwürfe gegen Weißmann untersucht haben will. Schließlich sei die betreffende Frau eine langjährige Mitarbeiterin Strobls gewesen. „Hängt es damit zusammen, dass Herr Strobl seinen Pensionsvertrag über 2,4 Millionen Euro nicht bekam, weil Herr Weißmann das verhindern wollte?“ Hafenecker zeigte sich „überzeugt, dass in der Causa Strobl noch etwas ans Licht kommen wird”.

Westenthaler stellte auch die Formulierung des ORF infrage, wonach bereits der „Anschein eines unrechtmäßigen Verhaltens“ – wie im Fall Weißmann – zu einer Kündigung führen könne. Er verwies auf vorliegende Berichte zum Fehlverhalten anderer hochrangiger ORF-Mitarbeiter, die nach wie vor im Unternehmen tätig sind.