Dabei setzen die Täter längst nicht mehr nur auf gefälschte Banknachrichten oder dubiose E-Mails. Immer häufiger geben sie sich als vermeintliche Helfer aus, die verlorenes Geld zurückholen wollen. Genau auf eine solche Masche fiel nun ein 67-jähriger Kärntner herein – und verlor zum wiederholten Male mehrere tausend Euro.

Angeblicher Helfer entpuppte sich als Betrüger

Wie die Polizei mitteilte, wurde der Mann aus dem Bezirk Klagenfurt-Land am 18. Februar telefonisch von einer unbekannten Person kontaktiert. Der Anrufer gab sich als Mitarbeiter eines Unternehmens aus, das angeblich darauf spezialisiert sei, geschädigten Betrugsopfern ihr verlorenes Geld zurückzubringen.

Der angebliche Berater erklärte dem 67-Jährigen, dass bereits ein hoher Geldbetrag für ihn bereitliege. Dieser befinde sich auf einer digitalen Wallet und müsse lediglich freigeschaltet werden. Dafür seien jedoch zunächst verschiedene Gebühren und Bearbeitungskosten zu entrichten.

Der Mann vertraute den Angaben und überwies Anfang März mehrere Beträge in Form von Kryptowährungen an eine vom Täter genannte Wallet-Adresse.

Neue Anweisungen über Messenger-Dienst

Doch damit war die Betrugsserie noch nicht beendet. Wenige Wochen später erhielt das Opfer weitere Nachrichten über einen Messenger-Dienst.

Die Täter behaupteten nun, zusätzliche Prüfungen seien notwendig, um seine Identität zu bestätigen und die Auszahlung endgültig freizugeben. Dafür müsse er bestimmte Geldbewegungen über sein eigenes Konto abwickeln.

Kurz darauf gingen mehrere Überweisungen von unbekannten Personen auf seinem Konto ein. In dem Glauben, die Auszahlung vorbereiten zu müssen, transferierte der 67-Jährige die Beträge anschließend über eine Kryptowährungsplattform an die Wallet der Betrüger weiter.

Erst als der angebliche Ansprechpartner ab Mitte April plötzlich nicht mehr erreichbar war, wurde der Mann misstrauisch und wandte sich an die Polizei. Der entstandene Schaden beläuft sich auf mehrere tausend Euro.

Senioren im Fadenkreuz – Online-Betrug breitet sich in Österreich weiter aus

Der aktuelle Fall ist kein Einzelfall. Laut dem Phishing-Bericht des Sozialministeriums nimmt Internetbetrug österreichweit seit Jahren deutlich zu.

Seit Anfang 2023 wurden bereits 717 dokumentierte Phishing-Fälle erfasst. Der durchschnittliche finanzielle Schaden liegt laut Bericht bei mehr als 4.300 Euro pro Fall. In besonders schweren Fällen verloren Betroffene sogar mehr als 20.000 Euro.

Auffällig ist dabei vor allem die Altersstruktur der Geschädigten. Zwar liegt das Durchschnittsalter aller Betrugsopfer bei knapp 48 Jahren, die Schadenssummen steigen jedoch mit zunehmendem Alter deutlich an.

Während Personen zwischen 20 und 30 Jahren im Durchschnitt rund 2.500 Euro verlieren, beläuft sich der durchschnittliche Schaden bei Menschen zwischen 80 und 89 Jahren bereits auf mehr als 12.000 Euro.

Warum ältere Menschen besonders gefährdet sind

Experten sehen mehrere Gründe dafür, weshalb Senioren häufiger Opfer von Internetbetrug werden. Zum einen verfügen viele ältere Menschen über weniger Erfahrung im Umgang mit digitalen Technologien. Moderne Betrugsformen entwickeln sich rasant weiter und nutzen immer neue Kommunikationskanäle. Gefälschte SMS, manipulierte WhatsApp-Nachrichten, täuschend echte Bankportale oder professionell gestaltete Webseiten sind für viele Nutzer nur schwer als Betrug erkennbar.

Hinzu kommt die zunehmende Komplexität digitaler Anwendungen. Kryptowährungen, Online-Bezahldienste, App-basierte Transaktionen oder neue KI-Technologien schaffen zusätzliche Angriffsflächen für Betrüger.

Zudem setzen Kriminelle gezielt auf psychologische Faktoren. Sie bauen Vertrauen auf, erzeugen Zeitdruck oder spielen mit Hoffnungen auf finanzielle Gewinne. Gerade Menschen, die bereits einmal Opfer eines Betrugs geworden sind, werden häufig erneut kontaktiert. Die Täter wissen, dass viele Betroffene ihr verlorenes Geld zurückerhalten möchten und deshalb besonders empfänglich für entsprechende Versprechungen sind.