„Feenstaub“, Dragqueens, Pailletten-Talar: In Frankfurt dienen evangelische Gottesdienst als queere Drag-Bühnenshow. Der Pfarrer findet das normal.
Ein evangelischer Pfarrer in Frankfurt am Main sorgt für Aufsehen: Nulf Schade-James, Geistlicher der Kirchengemeinde Frieden und Versöhnung, feierte kürzlich einen sogenannten Drag-Gottesdienst – mit Discokugel im Taufbecken, bunter Lichterkette am Altar und Glitzerfäden an den Armen des auferstandenen Jesus, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). „Drag ist Wahrheit“, sagt der Pfarrer.
Schade-James selbst erschien im schwarzen Pailletten-Talar mit Regenbogen-Stola – genäht von seinem Ehemann. Dragqueens traten zwischen Gebeten und Ansprachen auf. Der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Arne Knudt, kommentierte das Spektakel gegenüber der FAZ mit den Worten: „Mein Sohn meinte nur: So stellt sich wohl die AfD einen evangelischen Gottesdienst vor“ – und fügte lachend hinzu: „Genau so wollen wir es hier.“

Homosexueller Pfarrer seit fast 37 Jahren im Amt
Schade-James ist seit fast 37 Jahren Pfarrer in der Gemeinde. Eine Zeit lang organisierte er auch Dragshows. Als er seine Stelle antrat, machte er zur Bedingung, mit seinem Lebenspartner ins Pfarrhaus ziehen zu dürfen. Der Kirchenvorstand stimmte zu. Vor drei Jahren trug der Pfarrer dazu bei, dass die evangelische Landeskirche in Hessen und Nassau sich offiziell für die Diskriminierung queerer Menschen entschuldigte.
Angriff beim Pfingstgottesdienst
Nicht alle teilen die Begeisterung. Beim ökumenischen Gottesdienst auf dem Frankfurter Römerberg zu Pfingsten riss ein Mann Schade-James die Perlenkette vom Hals und beleidigte ihn. Es war der Hochzeitstag des Pfarrers – die Perlenhochzeit, 30 Jahre verheiratet. Die Perlen rollten zwischen die Zuschauer. Viele bückten sich, um sie einzusammeln.
Den Drag-Gottesdienst beendete Schade-James mit einer ungewöhnlichen Segnung: Gemeinsam mit den Dragqueens verteilte er auf Wunsch Umarmungen – und streute den Gläubigen Feenstaub auf die Hand.

Kommentare
Lädt Kommentare...