Für viele Urlauber begann das verlängerte Pfingstwochenende mit Warten statt Erholung. Seit den frühen Morgenstunden rollte die Reisewelle aus Bayern über Österreich in Richtung Süden. Besonders stark belastet waren nach Angaben des ÖAMTC die Brennerachse und die Tauern Autobahn.
In Tirol staute es bereits am Vormittag massiv. Betroffen waren unter anderem der Grenzübergang Kufstein/Kiefersfelden, die Inntalautobahn A12 im Großraum Innsbruck, die Fernpassstraße und die A13 Brennerautobahn. Auf der Route über A12 und A13 kam es zeitweise auf rund 30 Kilometern zu Stop-and-Go-Verkehr.
Auch aus Richtung Deutschland verschärfte sich die Lage. Defekte Fahrzeuge und kleinere Unfälle auf der deutschen A8 führten zu massiven Verzögerungen Richtung Walserberg. In Salzburg staute es in weiterer Folge auf der A1 bis zum Knoten Salzburg.
Blockabfertigung auf der Tauernroute
Auch in Salzburg und Kärnten nahm der Reiseverkehr im Laufe des Vormittags deutlich zu. Auf der A10 Tauern Autobahn wurde der Verkehr vor mehreren Abschnitten nur blockweise abgefertigt – laut ÖAMTC unter anderem vor den Einhausungen Flachau und Trebesing sowie vor dem Oswaldibergtunnel.
Vor dem Karawankentunnel auf der A11 betrug die Wartezeit gegen Mittag rund 45 Minuten. Am Nachmittag entspannte sich die Lage auf manchen Strecken etwas. Auf der Brennerachse lockerten sich die Kolonnen nach dem massiven Vormittagsstau langsam.
Entwarnung bedeutet das aber nicht. Denn der nächste Problemtermin steht vielen Urlaubern bereits bevor.
30. Mai wird zum Risiko-Tag
Ein großer Teil der Reisenden, die jetzt in den Süden unterwegs sind, dürfte am Samstag, dem 30. Mai, wieder zurückfahren. Ausgerechnet dann wird die wichtigste Nord-Süd-Route zum Nadelöhr.
Grund ist eine angemeldete Versammlung auf der A13 Brennerautobahn bei Matrei am Brenner. Hinter der Aktion steht Protest gegen die enorme Transitbelastung in der Region. Die Behörden können die Versammlung nach einer Entscheidung des Landesverwaltungsgerichts nicht untersagen.
Die Folge: Die A13 wird zwischen der Mautstelle Schönberg und dem Brenner in beide Fahrtrichtungen gesperrt – von 11 bis 19 Uhr, für Lkw bereits ab 9 Uhr. Das Land Tirol warnt ausdrücklich vor erheblichen Verkehrseinschränkungen.
Keine lokale Ausweichmöglichkeit
Auch die naheliegenden Ausweichrouten fallen weg. Die B182 Brennerstraße und die L38 Ellbögener Straße werden für den Durchzugsverkehr ebenfalls gesperrt. Wer im Wipptal unterwegs sein will, muss glaubhaft nachweisen können, dass er dort sein Ziel hat oder von dort kommt.
Tirols Botschaft an Durchreisende ist deshalb ungewöhnlich klar: Den Brennerkorridor am 30. Mai großräumig meiden. Laut Land Tirol gibt es an diesem Tag keine lokale Ausweichmöglichkeit über den Brenner. Auch vor und nach der Sperre ist mit Einschränkungen und Verzögerungen zu rechnen.
Was Urlauber jetzt wissen müssen
Für Autofahrer heißt das: Wer seine Rückreise genau auf den 30. Mai legt, riskiert massive Verzögerungen. Besonders problematisch wird es für alle, die von Italien über den Brenner zurück nach Norden wollen – oder von Deutschland und Österreich Richtung Süden fahren.
Die wichtigste Empfehlung lautet: Nicht erst vor Ort auf Nebenstraßen ausweichen. Genau diese Ausweichrouten werden gesperrt und kontrolliert. Wer kann, sollte früher oder später fahren, den Reisetag verlegen, die Route großräumig ändern oder auf die Bahn ausweichen.
Der Pfingststau vom Samstag könnte damit nur der Vorgeschmack gewesen sein. Der eigentliche Verkehrstest folgt in einer Woche.

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