Konkret sollen die Prüfintervalle künftig verlängert werden. Statt wie bisher nach dem 3-2-1-Modell soll künftig das neue 4-2-2-2-1-System gelten. Die Regierung verspricht weniger Bürokratie und finanzielle Entlastung. Der ÖAMTC hält dagegen: Ohne gleichzeitige Einführung eines digitalen Pickerls müssten rund zwei Millionen Autofahrer extra zu einer Prüfstelle fahren, um ihre Plakette austauschen zu lassen. Die Folge: vermeidbare Verwaltungskosten von rund 23 Millionen Euro.

Höherer Verschleiß der Fahrzeuge

Besonders kritisch sieht der Autofahrerclub die Auswirkungen auf alpine Regionen. Durch Schnee, Streusalz und härtere Witterungsbedingungen verschleißen Fahrzeuge dort deutlich schneller als im Flachland. Während nach zehn Jahren in flachen Regionen rund 35 Prozent der Fahrzeuge schwere Mängel aufweisen, sind es im Bezirk Liezen bereits 56 Prozent. Längere Prüfintervalle könnten dazu führen, dass teure Schäden erst wesentlich später entdeckt werden.

Vorsicht bei der Toleranzfrist

Auch bei der Verkehrssicherheit gibt es Fragezeichen. Der ÖAMTC warnt davor, dass weniger Kontrollen langfristig Auswirkungen auf die Unfallzahlen haben könnten. Gleichzeitig fällt mit der Reform die bisherige Toleranzfrist weg. Autofahrer müssen künftig noch genauer auf ihre Fristen achten, um Probleme zu vermeiden.

Zusätzlicher Aufwand droht

Für den ÖAMTC ist klar: Die Reform bringt nur dann echte Erleichterungen, wenn gleichzeitig das digitale Pickerl kommt. Andernfalls droht vielen Autofahrern statt weniger Bürokratie vor allem eines: zusätzlicher Aufwand.