Tim Lahr, evangelischer Pfarrer in Köln-Deutz, ist nicht der typische Geistliche. Auf Instagram posiert er im schwarzen Talar mit knallpinken High Heels vor seiner Kirche, hält Gottesdienste mit Regenbogenfahne am Altar und veranstaltet queere Clubnächte in einer Kölner Klosterkirche – Einlass ab 22 Uhr, Eintritt 13 Euro.
Unter dem Motto „Queer as Hell – God is a DJ” lud seine „Queere Kirche Köln” zuletzt zur Party in die Kartäuserkirche. In den „alten Klostermauern” wurde laut Ankündigung zu „Pop, Charts & Electro” gefeiert. Statt Vaterunser gibt’s bei Lahr schon mal ein „Mamamia”, biblische Texte werden „queer ausgelegt”. Auf TikTok erklärt er: „Es gibt keinen einzigen Satz von Jesus, in dem er queere Menschen verurteilt.”
„Nur ich, ein Hund und eine offene Kirche"
Das Projekt ist kein Privatvergnügen: Die Queere Kirche Köln ist ein offizieller Erprobungsraum der Evangelischen Kirche im Rheinland, Lahr arbeitet dort mit halber Stelle. 72.000 Follower verfolgen seinen Kanal @amen_aber_sexy – und nicht alle sind begeistert. Unter seinen Posts häufen sich Hasskommentare: „Ein Kind des Satans”, schreibt ein User, ein anderer: „Das darf doch nicht wahr sein.”
Lahr lässt sich davon nicht beirren. Sein jüngstes Instagram-Posting zeigt ihn lächelnd auf den Kirchenstufen – pinke Plateauschuhe, Regenbogen-Stola, Hund an der Leine. Caption: „Nur ich, ein Hund und eine offene Kirche.”

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