In exxpress live diskutierten am Montag, dem 27. April, Politik-Experte Ralph Schöllhammer und Berater Christoph Pöchinger über das neue EU-Partnerschaftsabkommen mit Bangladesch. Offiziell geht es um Handel und Mobilität – Kritiker sagen: Es ist ein weiteres Tor zur Einwanderung ins Sozialsystem.
Fachkräfte aus Bangladesch – oder ein neues Märchen?
Ralph Schöllhammer brachte es auf den Punkt: Wer wirklich qualifiziert sei und nach Österreich kommen wolle, könne das bereits jetzt – mit der Rot-Weiß-Rot-Karte. Ein Sonderabkommen mit Bangladesch brauche es dafür nicht. Seine Schlussfolgerung war direkt: „Diese Fachkräfte werden nicht kommen. Es ist eine Einwanderung ins Sozialsystem. Es wird mehr kosten, als es bringt. Es ist ein Fehler.” Christoph Pöchinger ergänzte, dass gut ausgebildete Menschen die freie Wahl hätten – und im Zweifel eher Irland oder Kanada wählen würden, nicht Österreich.
Das Philippinen-Paradox
Schöllhammer lieferte das treffendste Beispiel der Debatte: Deutschland suchte händeringend Pflegefachkräfte auf den Philippinen – Menschen mit Ausbildung, mit Integrationsbereitschaft. Doch weil sie 1.776 statt der geforderten 2.500 Praxisstunden nachweisen konnten, kam keine einzige nach Deutschland. „Die Bürokratie hat effizient verhindert, was funktioniert hätte”, so Schöllhammer. Die Frage, die im Raum blieb: Warum schließt man Abkommen mit Bangladesch, aber nicht mit Ländern, wo man weiß, dass es funktioniert?
Anna-Sophie Prosquill bremste die Schwarzmalerei leicht ab: Es sei nachvollziehbar, dass Menschen aus ärmeren Ländern nach Europa wollen – und Handelsabkommen könnten auch gegenseitig nützlich sein. Die entscheidende Frage sei aber, ob am Ende wirklich jemand kommt, der gebraucht wird.
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