Mit dem Einzug der Polizei soll das geschichtsträchtige Haus endgültig seine Anziehungskraft für Hitler-Verehrer verlieren. Genau das war das Ziel der Verantwortlichen – ein Symbol für Rechtsstaat und Demokratie müsse entstehen, wurde angekündigt.

Gedenkstein bleibt

Auch optisch ist das Gebäude kaum wiederzuerkennen. Die alte gelbe Fassade wurde durch einen schlichten weißen Anstrich ersetzt, markante Fensterbögen verschwanden und das Haus wurde architektonisch an sein ursprüngliches Erscheinungsbild aus dem 17. Jahrhundert angelehnt. Über dem Eingang prangt bereits das Logo der Polizei. Vor dem Gebäude bleibt jedoch der bekannte Gedenkstein mit der Aufschrift „Für Frieden, Freiheit und Demokratie. Nie wieder Faschismus“ bestehen.

Jahrzehntelanger Streit im Vorfeld

Der Entscheidung ging ein jahrzehntelanger Streit voraus. Nachdem das Gebäude früher unter anderem von einer HTL und später von der Lebenshilfe genutzt worden war, stand es seit 2011 leer. Weil mit der damaligen Eigentümerin keine Einigung über eine neue Nutzung erzielt werden konnte, wurde das Haus schließlich enteignet.

Expertenempfehlung umgesetzt

Eine Expertenkommission sprach sich damals klar gegen ein Museum oder gar einen Abriss aus. Ein Museum könnte den Ort für Extremisten noch attraktiver machen, ein Abriss würde die Geschichte verdrängen, lautete die Begründung. Stattdessen empfahlen die Experten eine behördliche oder soziale Nutzung. Mit der Eröffnung des neuen Polizeizentrums soll das wohl bekannteste Haus Braunau nun endgültig seine Vergangenheit hinter sich lassen und künftig für Sicherheit stehen.