Die Oberschule Schleife im sächsischen Landkreis Görlitz gilt eigentlich als Vorzeige-Einrichtung. Als „Deutsch-Sorbischer Schulkomplex“ hat sie einen ausgezeichneten Ruf – sogar Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) war im Oktober 2020 persönlich da, pflanzte mit Bürgermeister Jörg Funda (ebenfalls CDU) eine Robinie und lobte die Schule als „Champions League“ der Bildung in der Region um Weißwasser.

Doch jetzt hat diese Reputation ordentlich Risse bekommen. Der Grund: Eine eigentlich für fünf Tage geplante Projektwoche (16. bis 20. März), die bereits nach dem ersten Tag abgebrochen werden musste – wegen massiver Proteste von Eltern, berichtete die

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Aktivisten ohne Namen aber mit Pronomen

Schulleiter Jan Rehor hatte die beiden Aktivisten vom Theaterprojekt „Mut!“ ohne vorherige Absprache mit den Eltern und ohne pädagogische Begleitung in die 9b-Klasse geschickt. Dort sollten sie eine ganze Woche lang den normalen Unterricht übernehmen.

Pornos auf dem Klassenzimmerboden

Die Aktivisten ließen die Schüler zunächst ungewöhnliche Übungen machen, darunter Spiele mit verbundenen Augen. Danach packten sie zwei Rucksäcke aus und verteilten den Inhalt auf dem Boden. Darunter befanden sich pornografische Fotos von nackten Männern beim Sex – inklusive Oralverkehr, eines behaarten Gesäßes und eines Penis. Ein Schüler hat die Bilder heimlich abfotografiert. Zusätzlich lagen Flyer mit deutlichen Anti-AfD-Parolen wie „FUCK AfD“ und „Höcke ist ein Nazi“ herum. In der Schule hatte bei der letzten U18-Wahl ein großer Teil der Schüler die AfD gewählt.

Eltern empört über fehlende Absprache

Als ein Kind abends seinen Eltern von den Pornobildern erzählte, brach im Eltern-Chat helle Aufregung aus. Die Eltern werfen dem Schulleiter vor, das brisante Projekt nicht mit ihnen besprochen und die Aktivisten einfach „auf die Kinder losgelassen“ zu haben. Außerdem kritisieren sie, dass die beiden Nonbinären die Schüler beleidigt haben sollen, als diese sich mit ihrem richtigen Namen vorstellen wollten.

Projekt sofort gestoppt

Bereits am nächsten Tag kündigte Schulleiter Rehor den beiden Aktivisten fristlos. Die 9b-Klasse bekam schulfrei. Eine echte Entschuldigung oder gründliche Aufarbeitung des Vorfalls gab es laut Eltern jedoch nicht.

Politik und Polizei schalten sich ein

Der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete Tino Chrupalla (AfD) wurde von betroffenen Eltern informiert und fordert nun eine lückenlose Aufklärung durch Bürgermeister Jörg Funda (CDU) und das sächsische Kultusministerium. Zwei Elternpaare haben bereits Strafanzeige bei der Polizei in Weißwasser gestellt. Sie werfen den Aktivisten vor, gegen das Gesetz verstoßen zu haben, indem sie Minderjährigen pornografische Inhalte zugänglich machten (§ 184 StGB).Am Dienstag beschäftigt sich der Gemeinderat von Schleife mit dem Fall.