Im Mittelpunkt steht die sogenannte „Heilige Schar“ von Theben – eine Eliteeinheit, die laut Überlieferung aus 150 männlichen Paaren bestanden haben soll.
Die 90-minütige Produktion „Die Heilige Schar – Schwule Krieger der Antike“ ist am 5. Juni erstmals in ORF 2 und auf ORF ON zu sehen. Der Film geht der Frage nach, ob die legendäre Truppe tatsächlich existiert hat und welche Rolle die engen Beziehungen der Kämpfer für ihren militärischen Erfolg spielten.
ORF setzt im Juni auf queere Schwerpunkte
Die Dokumentation ist Teil eines umfassenden Pride-Schwerpunkts des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Geplant sind unter anderem die „dokFilm“-Premiere „Stonewall – Geburtsstunde der Gay Pride“, der „kulturMontag“, der Zweiteiler „Meilensteine queerer Geschichte“ sowie mehrere Sendungen rund um die Wiener Regenbogenparade.
Der ORF begleitet die Parade heuer besonders intensiv. Zum 30-jährigen Jubiläum der Veranstaltung gibt es am 13. Juni ein Live-Spezial auf ORF ON sowie eine eigene Abendsendung in ORF 1.
Antike Geschichte durch moderne Brille?
Althistoriker weisen allerdings darauf hin, dass Begriffe wie „schwul“, „heterosexuell“ oder „LGBTIQ“ moderne Identitätskategorien sind. Der Altphilologe David M. Halperin beschreibt die Sexualkultur des antiken Griechenlands als ein System mit für heutige Leser teils fremden Einstellungen, Institutionen und sozialen Praktiken. Ein Mann konnte verheiratet sein, Kinder haben und dennoch Beziehungen zu Männern eingehen, ohne sich deshalb einer eigenen sexuellen Identität zuzuordnen.
Der ORF stellt die Krieger dennoch als Liebespaare dar und betont die Bedeutung ihrer Beziehungen. Kritiker sehen darin eine Interpretation antiker Verhältnisse durch heutige gesellschaftliche Kategorien.

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