Sein Mandant habe eine pädophile Störung, die ihm „in der Frühphase seiner Entwicklung von der Natur eingepflanzt wurde”. Der bisher Unbescholtene war im Sinn der Anklage zunächst nicht geständig.

Nach der Einvernahme der Sechsjährigen, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, änderte der Angeklagte seine Meinung und gab alles zu. „Ich gebe alles zu”, sagte der Mann. Es sei aber „nur ein Mal passiert”.

Das inkriminierte Geschehen ereignete sich am 3. Juli 2025, als der Mann das Mädchen im Innenhof der Wohnanlage beim Spielen beobachtete. „Er hat ihr einen Lollipop angeboten”, schilderte die Staatsanwältin. Aufgrund der Aussicht auf die Süßigkeit habe das Mädchen ihn begleitet. Er habe es in seine Wohnung geschoben, teilweise entkleidet und sexuelle Handlungen an ihm vorgenommen.

„Er hat vorher Potenzmittel eingenommen"

„Er hatte vorher Potenzmittel eingenommen“, sagte der Verteidiger. Deshalb habe sich der Mann „in einem unkontrollierbaren Zustand befunden”. „Ich hatte zehn Milliliter Testosteron fürs Gym genommen, das leider sexuell anregt“, bestätigte der Angeklagte. „Wie lange hat das gedauert?“, wollte die Richterin wissen. „Nur eine Minute. Ich habe ihr dann gesagt, sie soll verschwinden“, erwiderte der 52-Jährige.

Nach der Festnahme des Mannes wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Dabei wurden auf diversen Datenträgern 5.500 bis 6.000 Dateien – Bilder und Videos – mit Kindesmissbrauchsmaterial sichergestellt. Zwei dieser Videos hatte der bei der AMS als arbeitssuchend gemeldete Mann per WhatsApp weitergegeben. Außerdem hatte er aus dem beschafften Material über 160 Screenshots angefertigt.

Inkriminiert war auch ein weiterer Vorfall mit einem anderen Mädchen. Er soll dem Mädchen in einem Park auf seinem Handy einen Pornofilm gezeigt und die Unmündige aufgefordert haben, es ihm gleichzutun.