Unerlaubte Kontakte zu Männern können für Frauen im Islam ein Todesurteil sein.  Auslöser der innerfamiliären Gewalt sei demnach eine Beziehung zwischen dem Mädchen und einem gleichaltrigen Burschen gewesen. Die Tochter wird laut APA nicht von ihrem Entschlagungsrecht Gebrauch machen und am Dienstag als Zeugin vor Gericht aussagen. Befindet das Schwurgericht den Vater für schuldig, drohen ihm zehn bis 20 Jahre oder lebenslange Haft. Der Prozess beginnt heute.

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Was ist ein Ehrenmord

Unter einem „Ehrenmord“ versteht man die Tötung eines Familienmitglieds, meist einer Frau oder eines Mädchens, durch eigene Verwandte zur Wiederherstellung der vermeintlichen Familienehre. Das Motiv ist die Bestrafung für ein Verhalten, das als Verstoß gegen patriarchalische oder religiöse Moral- und Sittenvorstellungen gilt. Die Morde werden in der Regel von männlichen Familienmitgliedern (Ehemänner, Brüder, Väter oder Cousins) begangen, teilweise ist die Tat von der gesamten Familie beschlossen. Die Betroffenen sind in der Mehrzahl Frauen und Mädchen. Jedoch werden auch Männer, die als ehrverletzend wahrgenommen werden (beispielsweise homosexuelle Männer oder Partner von Frauen, denen ein Regelverstoß vorgeworfen wird), Opfer solcher Taten. In Deutschland oder Österreich werden diese Taten rechtlich als ganz normale Tötungsdelikte oder Morde gewertet. Vor Gericht werden sie in der Regel mit lebenslanger Haft bestraft, insbesondere wenn Mordmerkmale wie Heimtücke oder niedrige Beweggründe erfüllt sind. Häufig wird in der öffentlichen und feministischen Debatte der Begriff „Ehrenmord“ jedoch kritisiert und stattdessen der Begriff „Femizid“ verwendet, um den Fokus auf geschlechtsspezifische Gewalt zu richten.