Schepers fordert einen grundlegenden Kurswechsel der katholischen Kirche in Fragen von Geschlecht und Identität. Über Jahrhunderte habe die Kirche patriarchale Strukturen „nicht nur geduldet, sondern aktiv gefördert“. Dieses Denken diene laut dem Essener Weihbischof vor allem Machtinteressen – und habe mit dem christlichen Glauben nichts zu tun. Wer weiterhin an solchen Strukturen festhalte, „verrät die eigene Botschaft“, so Schepers gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur.
Kritik an „Tradwives“ – politischer Hintergrund?
Besonders kritisch äußert sich der Bischof zu einem Trend, der vor allem in sozialen Netzwerken boomt: Frauen, die bewusst ein klassisches Rollenbild als Hausfrau und Mutter inszenieren – die sogenannten „Tradwives“.
Diese Darstellung sei eine „künstliche Ästhetik ohne Bodenhaftung“. Dahinter steckten häufig politische Interessen, die gezielt traditionelle Rollenbilder stärken wollten. Die Rückkehr zu festen Geschlechterrollen sei daher kein harmloser Lifestyle, sondern ein Problem für Freiheit und Gleichberechtigung.
„Teil von Gottes Schöpfungsplan“
Gleichzeitig betont Schepers, dass sexuelle und geschlechtliche Vielfalt aus seiner Sicht fest im Glauben verankert sei. Er erklärte, homo-, trans- und intergeschlechtliche Identitäten seien „kein modernes Konstrukt, sondern Teil von Gottes Schöpfungsplan“.
Der seit 2024 amtierende Queerbeauftragte der Bischofskonferenz fordert konkrete Veränderungen: “Gleichberechtigung” müsse im Alltag der Kirche sichtbar werden, bestehende Angebote reichten nicht aus.
Bereits in der Vergangenheit hatte Schepers Reformen der kirchlichen Sexualmoral gefordert. Auch der Katechismus müsse aus seiner Sicht überarbeitet werden, um Widersprüche zu beseitigen.

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