Giftglas war nicht tödlich – aber gefährlich
Im Fall der manipulierten HiPP-Babynahrung hat ein ergänzendes Gutachten ergeben, dass das im Burgenland sichergestellte Glas zwar gesundheitliche Folgen hätte haben können, aber nicht lebensgefährlich gewesen wäre. Es enthielt 15 Mikrogramm Rattengift; die Einschätzung gilt nur für dieses eine Glas.
Jetzt rückt das Luxusleben in den Fokus
Während das Gutachten zur Giftmenge teilweise Entwarnung gibt, werfen neue Recherchen ein schärferes Licht auf den 39-jährigen Ex-HiPP-Manager. Wie die Krone berichtete, soll sich der dreifache Familienvater trotz finanzieller Belastungen einen aufwendigen Lebensstil geleistet haben – inklusive Immobilien, teurer Urlaube, Range Rover und Markenkleidung.
Immobilien am Wolfgangsee
Demnach kaufte der Verdächtige bereits 2001 eine 75,43 Quadratmeter große Eigentumswohnung in St. Gilgen – samt zwei Terrassen und Garten. Kurz vor seiner Festnahme soll zudem ein Grundstück mit Blick auf den Wolfgangsee um 600.000 Euro dazugekommen sein. Beide Käufe wurden über Kredite finanziert.
Gefälschte Lohnzettel als Schlüssel?
Besonders brisant: Der frühere Manager soll Lohnzettel manipuliert haben. Sein tatsächliches Einkommen von rund 3500 Euro netto soll darauf auf mehr als 10.000 Euro netto erhöht worden sein.
900.000-Euro-Kredit erschlichen
Mit diesen mutmaßlich gefälschten Gehaltsnachweisen soll der 39-Jährige bei einer slowakischen Bank einen weiteren Kredit über 900.000 Euro erhalten haben. Hinweise darauf sollen aus der Auswertung seines Dienstcomputers stammen.
Sein Anwalt Manfred Arbacher-Stöger hält dennoch an der Unschuld seines Mandanten fest. Er verwies auf dessen Vermögensverhältnisse und stellte die Frage, warum der 39-Jährige eine solche Tat begehen sollte.
Erpressungsvorwurf bleibt bestehen
Ungeachtet dieser Darstellung ermittelt die Staatsanwaltschaft weiter wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung. Dem Ex-Manager wird vorgeworfen, Babynahrung mit Rattengift versetzt und HiPP kurz vor einem Entlassungsgespräch um zwei Millionen Euro in Kryptowährung erpresst zu haben.

Kommentare
Lädt Kommentare...