Mit der Farbe „Cloud Dancer“ wollte Pantone einen ruhigen, reduzierten Ton setzen. Der cremefarbene Weißton soll in einer überdrehten Welt für Entspannung stehen. Genau so verkauft es das Unternehmen – als visuelles Gegenmittel gegen Dauerstress. Doch kaum wurde die Jahresfarbe präsentiert, war von Ruhe keine Spur mehr.

Shitstorm statt Stil: Weiß wird zur Ideologie erklärt
Woke Nutzer machten sofort mobil. Im Netz folgte ein Shitstorm, der Pantone politische Blindheit unterstellt. Plötzlich war nicht mehr die Designbotschaft Thema, sondern der Vorwurf, Weiß als Trendfarbe sei „rassistisch“, „propagandistisch“ oder ein Symbol für kulturelle Dominanz. Die Empörung schoss weit über die ursprüngliche Idee hinaus.
Unmittelbar nach der Verkündung tauchten auf Social Media Posts auf, die „Cloud Dancer“ als Zeichen einer „Weißwaschung“ deuteten. Manche erklärten den Farbton gleich zum politischen Statement. In TikTok-Videos hieß es, Weißsein werde aktuell „als Waffe eingesetzt“ – und Pantone mache daraus noch ein Lifestyle-Siegel. Andere nannten die Wahl eine Machtdemonstration und behaupteten, sie zeige, wer weiterhin die Deutungshoheit habe.
Sydney-Sweeney-Vergleich: Wenn Empörung endgültig entgleist
Der Ton der Kritik geriet schnell ins Absurde. Mehrere Nutzer zogen Parallelen zur Jeans-Kampagne mit Sydney Sweeney, der online Rassismus vorgeworfen wurde, weil ein Werbeslogan sprachlich mit „Genes“ assoziiert wurde.
In einem wütenden TikTok-Video hieß es: „Sydney Sweeney hat gute Gene. Ihr entscheidet euch für Weiß und vermarktet das als beruhigenden Neustart? Für wen denn, Schatz? Wen beruhigt das?”
Eine andere woke Aktivistin erklärte pathetisch, Weiß als Farbe des Jahres sei „eine politische Aussage“. „Call me too woke, I don’t care. Ich glaube nicht, dass ich falsch liege.“
Sydney Sweeney Nach Shitstorm Von Links Die Ausrede Die Rechten Warens
„Pantonedeaf“ und Mayonnaise: Jetzt wird der Shitstorm verhöhnt
Auf Instagram trendete der Hashtag „Pantonedeaf“ – aber der Spott richtete sich schließlich weniger gegen Pantone als gegen die hysterische Empörung selbst. Viele Nutzer machten sich über den Woke-Aufstand lustig und zogen ihn ins Lächerliche: „Deine Wahl ist ungefähr so inspirierend wie Mayonnaise“, hieß es in den Kommentaren.
Andere stichelten: „Pantone kann sich dieses Jahr wohl keine Farbe leisten – und niemand sonst auch.“ Aus der moralischen Aufregung wurde damit endgültig eine Persiflage: Der Kulturkampf um „Cloud Dancer“ kippte in reine Selbstparodie.
Pantone bleibt cool – und wundert sich über den Zeitgeist
Pantone selbst bleibt gelassen. Das Unternehmen verweist auf seinen Auswahlprozess: Seit 1999 suche man jährlich nach Farben, die im Design auftauchen und den Zeitgeist treffen sollen. Entscheidend sei die emotionale Wirkung eines Tons, nicht seine politische Deutung. Dass „Cloud Dancer“ nun als Ideologie gelesen wird, sei nicht Teil des Konzepts – aber offenbar Teil unserer Gegenwart.

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