Auslöser der Aufregung soll laut Bezirksvorstehung eine Privatperson sein, die im Karl-Seidl-Park täglich mehrere Kilogramm Vogelfutter verteilt. Teilweise werde das Futter sogar mit einer Scheibtruhe angeliefert. Die Folge: Hunderte Tauben versammeln sich auf dem Platz – und mit ihnen kommen auch die ungeliebten Nager.
Rattenbaue mitten im Park
Anrainer schlagen Alarm. Sichtbare Rattenbaue, verschmutzte Flächen und Sorgen um Hygiene und Gesundheit sorgen für wachsenden Unmut. Selbst bereits aufgestellte Rattenboxen konnten die Situation bislang nicht entschärfen, berichtet der ORF. Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) fordert nun strengere Regeln gegen das Füttern von Tauben und Ratten sowie schärfere Kontrollen durch die WasteWatcher. Bereits am Montag sollen Experten und Behördenvertreter bei einem „Tauben- und Rattengipfel“ nach Lösungen suchen.
Streit um die Tauben
Während viele Anrainer ein härteres Durchgreifen fordern, wächst auf der anderen Seite der Widerstand von Tierschützern. Die Bürgerinitiative „Arbeitsgruppe Tauben Wien“ und die Initiative „Keine Tauben Ohren“ kämpfen für eine Lockerung der Regeln. Sie argumentieren, dass Stadttauben keine klassischen Wildtiere seien, sondern Nachfahren von Haus- und Brieftauben. Menschen hätten daher eine besondere Verantwortung für die Tiere. Ehrenamtliche Helfer würden inzwischen sogar mit Verwaltungsstrafen konfrontiert, wenn sie die Vögel füttern.
60.000 Tauben in Wien
Nach Schätzungen der Stadt leben derzeit zwischen 50.000 und 60.000 Tauben in Wien. Die Debatte zeigt, wie schwierig der Umgang mit den Tieren geworden ist: Für die einen sind sie schützenswerte Stadtbewohner, für die anderen längst eine Plage. In Floridsdorf ist der Konflikt mittlerweile so groß, dass nun sogar ein eigener Gipfel einberufen wird. Die Hoffnung: Weniger Tauben, weniger Ratten – und endlich wieder Ruhe am Leopoldauer Platz.

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