Über die genaue Höhe der Beteiligung sowie den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Klar ist jedoch: Die Familie Steiff bleibt weiterhin beteiligt, und das Unternehmen soll auch künftig eigenständig geführt werden. Die Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung. Mit dem Schritt verbindet sich künftig die Geschichte zweier Unternehmen, die Generationen von Kindern geprägt haben. Während Ravensburger weltweit für Spiele, Puzzles und Lernsysteme bekannt ist, steht Steiff seit mehr als 140 Jahren für hochwertige Plüschtiere und den legendären Teddybären.
Ravensburger-Chef Clemens Maier betonte die emotionale Bedeutung der Marke Steiff. Die Produkte hätten für viele Menschen einen festen Platz in ihrer Kindheit und stünden für Werte, die auch Ravensburger seit jeher verkörpere.
Familie setzt auf langfristige Zukunft
Für die Eigentümerfamilie war die Entscheidung vor allem eine Frage der Zukunftssicherung. Die Marke solle in verantwortungsvollen Händen bleiben und ihre Tradition bewahren können.
Steiff-Geschäftsführer Frank Rheinboldt sieht in der Partnerschaft vor allem Chancen für die internationale Weiterentwicklung des Unternehmens. Gleichzeitig sollen die Wurzeln der Traditionsmarke erhalten bleiben. Die Übernahme erfolgt in einer Phase des Umbruchs für Ravensburger. Nach dem Rekordjahr 2024 mit dem erfolgreichen Sammelkartenspiel „Disney Lorcana“ musste das Unternehmen zuletzt einen Umsatzrückgang hinnehmen.
Deshalb setzt Ravensburger verstärkt auf neue Geschäftsfelder. Neben Events wie Puzzle-Meisterschaften und Sammelkarten-Turnieren gewinnen auch personalisierte Produkte sowie Beteiligungen an anderen Unternehmen an Bedeutung. Erst kürzlich beteiligte sich Ravensburger am Schweizer Kinderbuchverlag NordSüd.
Vom Nadelkissen zum Kult-Teddybären
Die Geschichte von Steiff begann bereits im Jahr 1880. Gründerin Margarete Steiff entwickelte ursprünglich einen kleinen Stoffelefanten als Nadelkissen. Das Produkt wurde überraschend zum beliebten Kinderspielzeug und legte den Grundstein für das Unternehmen.
Der weltberühmte Teddybär folgte erst Jahrzehnte später. 1902 entwarf Richard Steiff den ersten beweglichen Plüschbären der Welt. Wenige Jahre später wurde er unter dem Namen „Teddybär“ verkauft – inspiriert vom damaligen US-Präsidenten Theodore „Teddy“ Roosevelt.
Spielzeugbranche im Wandel
Die Übernahme zeigt zugleich, wie stark sich die Spielzeugbranche verändert. Steigende Kosten, verändertes Kaufverhalten und internationaler Wettbewerb zwingen viele Traditionsunternehmen dazu, neue Wege einzuschlagen.
Auch andere Hersteller setzen verstärkt auf Kooperationen, Übernahmen und neue Zielgruppen. Mit der Verbindung von Ravensburger und Steiff entsteht nun ein neues Schwergewicht der europäischen Spielwarenbranche, das Tradition und Innovation miteinander verbinden will.
Für die Kunden soll sich vorerst wenig ändern – außer vielleicht, dass künftig der berühmte Steiff-Bär und das Ravensburger Puzzle stärker zusammengehören als jemals zuvor.

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